Artikel-Schlagworte: „Leitstelle“

Blick von Westen aufs BrandobjektWir sind im Jahr 2012 an dieser Stelle schon einmal der Frage nachgegangen, was man denn von einer „Dorffeuerwehr“ erwarten kann und darf. Wir haben dabei festgestellt, daß auch eine Dorffeuerwehr sich gedanklich nicht nur mit dem alltäglichen Klein-Klein wie z.B. „Bäumchen auf Radweg“ oder „Brand eines Stoppelfeldes“ befassen darf. Ein Schadensereignis nimmt keine Rücksicht auf die Feuerwehrgröße. Lange Jahre betrachteten dennoch viele den Großeinsatz als eher theoretische Möglichkeit geringer Eintreffwahrscheinlichkeit, weil eben ewig nichts Größeres mehr vorgefallen war. Mittlerweile sollte man diese Position im Hinblick auf verschiedene Einsätze der letzten Zeit überdacht haben:

Diese Ereignisse überschreiten das Leistungsvermögen von kleineren Feuerwehren, sowohl bei der Personalzahl als auch beim notwendigen Gerät. Dessen ungeachtet erreicht die örtliche Feuerwehr i.d.R. als erste den Schadensort, muß die Einsatzleitung übernehmen und die ersten Maßnahmen einleiten. Der spätere Einsatzverlauf wird durch die in der ersten Zeit gefällten Entscheidungen wesentlich und teilweise unwiderruflich beeinflußt. Wo nehmen die Fahrzeuge Aufstellung, damit sie sich später nicht gegenseitig im Weg stehen? Woher wird das Löschwasser kommen und wo sollen die Schläuche liegen? Welche Aufgaben sind vordringlich zu erledigen? Welche Unterstützung ist erforderlich? Das sind einige der Fragen, die anfangs zu entscheiden sind. Diesen Beitrag weiterlesen »

Brandumfang beim EintreffenUm etwa 2:40 Uhr an diesem Sonntag alarmierten die Leitstellen Aalen und Augsburg nach verschiedenen Notrufen unabhängig voneinander zu einem offenen Dachstuhlbrand in einem Sontheimer Gewerbebetrieb im gemeinsamen Gewerbegebiet Sontheim/Bächingen direkt an der Landesgrenze. Bereits vom Feuerwehrhaus aus war der glutrot aufsteigende Rauchpilz über dem südwestlichen Ort weithin zu sehen. Beim Eintreffen der ersten Feuerwehren stand das Gebäude einer Schreinerei bereits in Vollbrand, das Dach war eingestürzt. Eine Vielzahl von Feuerwehren beiderseits der Landesgrenze ging in den Löscheinsatz, der Totalschaden war jedoch bereits eingetreten.

Den vollständigen Einsatzbericht finden Sie hier: Großbrand Schreinerei.

Erstangriff von außenGegen 2:30 Uhr wurden von den beiden Leitstellen Aalen und Augsburg mit einigen Minuten zeitlichem Versatz die Feuerwehren dies- und jenseits der Landesgrenze zum grenzüberschreitenden Betriebsgelände eines ansässigen Wertstoffunternehmens alarmiert. Dort war gehäckseltes und gelagertes Altholz in Brand geraten. Beim Eintreffen der Feuerwehren brannte es in größerer Ausdehnung. Anfangs umfangreiche Löschmaßnahmen konnten die weitere Ausbreitung eindämmen und den Brand rasch niederschlagen, so daß einige überörtliche Einheiten vom Einsatz entbunden werden konnten. Beim Abräumen des Holzmaterials mit Bagger und Radlader brannte ein benachbarter Stapel mit großer Rauchentwicklung noch einmal auf und mußte erneut mit viel Wassereinsatz angegangen werden. Gegen 7:30 Uhr endeten die Maßnahmen an der Einsatzstelle, gegen 10 Uhr war nach der Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft für die Feuerwehrleute Einsatzende. Alarmiert wurden die Feuerwehren Bächingen, Sontheim, Bergenweiler, Gundelfingen, Ober- und Untermedlingen. Sonderfahrzeuge kamen von Giengen und Dillingen.

Den ausführlichen Bericht und Bilder des Geschehens finden Sie bei unseren Einsätzen.

Der alte Handfeuermelder am RathausIm Zuge des aktuellen Rathausumbaus wurde der letzte verbliebene Handfeuermelder abgebaut. Es gibt nun in Bächingen keine Möglichkeit mehr, Sirenen per öffentlichem Druckknopfmelder auszulösen. Um diesen Schritt verstehen zu können, blicken wir in die Technikgeschichte der Alarmierung zurück.

Zum Zeitpunkt des Einbaus der Sirene Anfang der sechziger Jahre wurde diese nur über die Handauslösung in Funktion gesetzt. Man entdeckte ein Feuer im Ortsgebiet, drückte den Knopf und die elektromechanische Sirenensteuerung schaltete den Elektromotor der Sirene in vorbestimmten Intervallen ein und aus. Die Feuerwehrleute in Hörweite nahmen den Alarm wahr und eilten ins Feuerwehrhaus, wo der Mitteiler seine Feuermeldung mündlich an sie weitergab.

Ab der Mitte der siebziger Jahre verbreitete sich in den Landkreisen die Funkalarmierung, d.h. Funkempfänger an den Sirenensteuerungen empfangen einen ausgesendeten Alarm und lösen die Sirenenalarmierung aus. Diese Funkalarmierung erfolgte im ländlichen Bayern über Jahrzehnte durch die örtlichen Polizeidirektionen, bei denen ein telefonischer Notruf einging. Die Feuerwehren erfuhren dann über Funk den Grund des Alarms. Diesen Beitrag weiterlesen »

Blick über die EinsatzstelleAm Samstag, 24.03.2018 gegen 21:40 Uhr alarmierte die Leitstelle die Feuerwehren Bächingen, Obermedlingen und Gundelfingen zu einem offenen Dachstuhlbrand in der Sontheimer Straße. Bereits vom Feuerwehrhaus aus war der Feuerschein deutlich zu sehen. Es entwickelte sich ein längerer Brandeinsatz, zu dem im Verlauf die Drehleiter der Feuerwehr Giengen hinzugezogen wurde.

Eine ausführliche Berichterstattung finden Sie bei den Einsätzen, hier führen wir einige Stichpunkte auf.

  • Es handelte sich um ein renoviertes ehemaliges landwirtschaftliches Gebäude, vorne Wohnhaus, hinten Stadel / Ställe.
  • Das Feuer hatte wohl seinen Ausgang in einer Garage im früheren Ökonomieteil und breitete sich von dort rasant in den Dachstuhl aus.
  • Die anwesenden Bewohner wurden auf den Brand aufmerksam und konnten das Gebäude sicher verlassen.
  • Beim Eintreffen der ersten Bächinger Fahrzeuge befand sich der Dachstuhl über dem Ökonomieteil im Vollbrand. Das Feuer hatte offenbar auch bereits die Brandwand zum Wohnhaus hin überlaufen und sich im Bereich der Firstpfette weiterbewegt.
  • Sofort gingen mehrere Strahlrohre von außen in Stellung, um das Wohnhaus möglichst zu schützen und ein Übergreifen auf benachbarte Gebäude zu unterbinden, Atemschutztrupps untersuchten die Lage von innen. Der Dachspitz war von innen für Löschmaßnahmen nicht zugänglich.
  • Die Gundelfinger Drehleiter ging in Stellung und unternahm erste Löschmaßnahmen von oben, wobei die Freileitung der Stromversorgung für weitere Arbeiten zuerst abgeschaltet werden mußte. Eine weitere Drehleiter aus Giengen wurde nachalarmiert, um von der anderen Gebäudeseite aus in gleicher Weise am Dach tätig zu werden.
  • Der Hauptbrand war verhältnißmäßig schnell unter Kontrolle, jedoch bereiteten einige im Dach- und Deckenaufbau entstandene Glutnester an unzugänglichen Stellen Kopfzerbrechen.
  • Die Feuerwehr Gundelfingen wurde während des Einsatzes zu einem schweren Verkehrsunfall zwischen Gundelfingen und Lauingen alarmiert. Die Drehleiter verblieb vor Ort.
  • Die letzten Glutnester, die immer wieder hartnäckig aufgeflammt waren, konnten letztlich nur durch großräumiges Öffnen über die Drehleiter von außen und gleichzeitig von innen aufgefunden und ausgeräumt werden; zu dieser Zeit war es etwa 5 Uhr (enthält + 1 Stunde Zeitumstellung).
  • Vorläufiges Einsatzende war gegen 6 Uhr.
  • Die Bächinger Feuerwehr war bis zum Mittwoch, 28.03.2018 nicht vollständig einsatzbereit, da Atemschutzgeräte befüllt und geprüft sowie die eingesetzten Schläuche gereinigt und geprüft werden mußten.

Unsere Gedanken sind bei der geschädigten Familie und ihren Angehörigen. Wir wünschen Ihnen viel Kraft und alles Gute.

Wir bedanken uns bei allen eingesetzten Blaulichtorganisationen für die tatkräftige und fachkundige Unterstützung. Insbesondere den Drehleitermaschinisten gilt unsere Hochachtung, die in engsten räumlichen Gegebenheiten ihre schweren Geräte sicher bewegten.

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