Artikel-Schlagworte: „Kommentar“

Blick von Westen aufs BrandobjektWir sind im Jahr 2012 an dieser Stelle schon einmal der Frage nachgegangen, was man denn von einer „Dorffeuerwehr“ erwarten kann und darf. Wir haben dabei festgestellt, daß auch eine Dorffeuerwehr sich gedanklich nicht nur mit dem alltäglichen Klein-Klein wie z.B. „Bäumchen auf Radweg“ oder „Brand eines Stoppelfeldes“ befassen darf. Ein Schadensereignis nimmt keine Rücksicht auf die Feuerwehrgröße. Lange Jahre betrachteten dennoch viele den Großeinsatz als eher theoretische Möglichkeit geringer Eintreffwahrscheinlichkeit, weil eben ewig nichts Größeres mehr vorgefallen war. Mittlerweile sollte man diese Position im Hinblick auf verschiedene Einsätze der letzten Zeit überdacht haben:

Diese Ereignisse überschreiten das Leistungsvermögen von kleineren Feuerwehren, sowohl bei der Personalzahl als auch beim notwendigen Gerät. Dessen ungeachtet erreicht die örtliche Feuerwehr i.d.R. als erste den Schadensort, muß die Einsatzleitung übernehmen und die ersten Maßnahmen einleiten. Der spätere Einsatzverlauf wird durch die in der ersten Zeit gefällten Entscheidungen wesentlich und teilweise unwiderruflich beeinflußt. Wo nehmen die Fahrzeuge Aufstellung, damit sie sich später nicht gegenseitig im Weg stehen? Woher wird das Löschwasser kommen und wo sollen die Schläuche liegen? Welche Aufgaben sind vordringlich zu erledigen? Welche Unterstützung ist erforderlich? Das sind einige der Fragen, die anfangs zu entscheiden sind. Diesen Beitrag weiterlesen »

Seit 2014 bemerkten wir immer wieder einen unruhigen Motorlauf bei unserer Tragkraftspritze (TS), der nach sich etwa einer halben Stunde Betrieb mit größerer Leistung wieder normalisierte, aber nach etwa einem Monat Standzeit erneut auftrat. 2016 meinten wir das Problem identifiziert und behoben zu haben, indem wir statt Superkraftstoff Super Plus tankten. Wir hatten dabei den Verdacht, daß der seit 2011 politisch befohlene Bioanteil im Superkraftstoff sich negativ auswirkte. Den damals neu eingeführten E 10-Kraftstoff tankten wir nie, einmal, weil er für die Maschine nicht freigegeben war, zum anderen, weil wir u.a. Bedenken bezüglich der Lagerbarkeit hatten. Wir haben uns zu diesem Thema hier bereits einmal Gedanken gemacht.

Wie dem auch sei, bis zum Sommer 2018 hatten wir keine Probleme mehr. Dann, beim Ferienprogramm, fielen uns derselbe unruhige Motorlauf und die schwankende Leistungsabgabe auf wie schon einige Jahre zuvor. Es schien also ein anderes Problem zu geben, die Maschine kam zum Kundendienst. Mittlerweile liegt ein Kostenvoranschlag für die Reparatur im mittleren vierstelligen Bereich vor. Wie sich gezeigt hat, rührt das Problem, das dem Motor zu schaffen macht, tatsächlich aus dem Kraftstoff, genauer gesagt, aus seiner Zusammensetzung, her. 1996, als die TS gebaut wurde, bestand Superkraftstoff ausschließlich aus mineralischen Bestandteilen. Der verbaute Kunststofftank war gegen diese Stoffe selbstverständlich beständig. Heute allerdings wird Ethanol beigemischt, das es früher nicht im Kraftstoff gab und für welches andere chemische Beständigkeiten notwendig sind, über die der Tank nicht verfügt. Man konnte damals eben nicht absehen, daß in der Zukunft andersartige Fremdstoffe zugesetzt werden.
Das Ende vom Lied: der Tank löst sich wegen des Ethanols langsam auf und seine Abbauprodukte verstopfen die Düsen der beiden Vergaser. Eine Abhilfe ist nur dann möglich, wenn Tank und alle im Kraftstoffstrom liegenden Teile erneuert werden.

Wir sind also Opfer einer von uns nicht beeinflußbaren, politisch erzeugten Kraftstoffunverträglichkeit geworden. Die Besorgnis, die wir im Artikel von 2011 bereits äußerten, traf also in vollem Umfang zu:

Die erhöhte Beimischung biologischer Anteile bedeutet meiner Ansicht nach eine Gefährdung der Einsatzbereitschaft unserer Geräte.

Im Januar 2016 ereignete sich im nordwestlichen Landkreis im Schneegestöber ein schwerer Verkehrsunfall, bei dem eine Fahrerin ums Leben kam. Der folgende Feuerwehreinsatz, zunächst zur Rettung anderer Unfallbeteiligter, dann zur Leichenbergung bzw. Unterstützung der polizeilichen und gutachterlichen Unfallaufnahme durch Beleuchtung, Absperrung und Schneeräumung des Unfallortes war kürzlich Gegenstand eines Gerichtsverfahrens, über welches seitens der Presse berichtet wurde: Bericht, Kommentar.

Angestrengt hatte dieses Verfahren beim Verwaltungsgericht Augsburg die Versicherung der Halterin des Verursacherfahrzeugs des schweren Verkehrsunfalls, die in diesem Fall die Einsatzkosten tragen muß. Neun Kommandanten der beteiligten Wehren und der zuständige Kreisbrandmeister wurden zum Verfahren geladen und als Zeugen gehört. Die Rechtsanwältin der Versicherung stieß sich zunächst an der hohen Zahl an Feuerwehrleuten, die am Einsatz beteiligt waren, und zwar 61 Mann. Diesen Beitrag weiterlesen »

Wir berichteten kürzlich zum Thema Busführerschein für Löschfahrzeuge, bei dem die Informationslage noch recht dünn war. Etwas Licht ins Dunkel bringt nun dieser Artikel des Landesfeuerwehrverbandes Bayern. Dort ist auch der Beschluß des Bundesrates hierzu erhältlich.

Kurzfassung:

  • Alle Fahrer von Einsatzfahrzeugen über 3,5 t. wären anscheinend unter die Regelung gefallen, also sämtliche Lkw-Führerscheine C, CE, C1, C1E. Sie alle hätten einen Busführerschein machen müssen.
  • Durch die Ausnahme für die Blaulichtdienste und einige weitere Sonderanwendungen (siehe Beschlußpapier) bleibt nun zumindest für diese Nutzer alles beim alten.
  • Anscheinend wäre der Feuerwehrführerschein 7,5 t. davon nicht erfaßt worden, weil er auf Grundlage des Führerscheins Pkw, Klasse B, erteilt wird. Paradoxerweise dürfte somit der Inhaber des Feuerwehrführerscheins acht weitere Leute im LF transportieren, der Inhaber der Lkw-Führerscheinklassen aber nicht. Verkehrte Welt, gell?

Fahrausbildung

Kürzlich kam ein neuerlicher Geniestreich der allwissenden EU ans Licht, der enorme Auswirkungen auf den Dienstbetrieb der meisten deutschen Feuerwehren (gehabt) haben könnte. Wie anscheinend erst hinterher bekannt wurde, gab es eine Änderung im Fahrerlaubnisrecht, die zur Umsetzung anstand: alle Fahrer von Fahrzeugen mit einem Gesamtgewicht von mehr als 3,5 t., die auch zur Beförderung von Personen geeignet sind, sollten künftig einen Busführerschein benötigen!

Die Berichte hierzu sind bisher spärlich, die Donauzeitung berichtete nur in der Druckausgabe, der Bayerische Rundfunk etwas ausführlicher hier. Dort loben sich die Politiker, daß man das drohende Unheil mit einer Ausnahmeregelung für die Blaulichtdienste gerade noch rechtzeitig abwenden konnte.

Praktisch jedes Löschgruppenfahrzeug der letzten 30 Jahre fällt unter diese Vorschrift. Das hätte bedeutet, wenn man außer dem Gerät auch noch die Mannschaft zum Einsatz mitnehmen möchte (was hilfreich sein kann), hätte der Maschinist einen Busführerschein gebraucht. Neben einigen feuerwehrtechnischen Falschdarstellungen wirft der Artikel weitere ungeklärte Fragen auf:

  • Wie verhält es sich mit den Fahrzeugen mit einem Gesamtgewicht von mehr als 7,5 t.? Diese sind laut Artikel nicht von der Ausnahmeregelung erfaßt, es geht darin immer nur um die Fahrerlaubnisklasse C1 bis 7,5 t. Brauchen also die Maschinisten der aktuellen LF 10/6 und 20/16 mit ihren 11-13 t. zGG zukünftig einen Busführerschein Klasse D?
  • Wenn es angeblich um die Sicherheit der „Fahrgäste“ geht, warum darf dann der Inhaber eines läppischen Pkw-Führerscheins Klasse B einen Kleinbus unter 3,5 t. weiterhin mit acht Mitfahrern und ohne Busführerschein bewegen? Sind die Mitfahrer bei einem solchen Gelegenheitsbusfahrer z.B. zum Fußballspiel weniger gefährdet?

Der ganze Vorgang zeigt erneut, wie wenig die landestypischen Eigenheiten den „EU-Fachleuten“ bekannt sind. Eine ähnliche Affäre gab es vor einigen Jahren im Hinblick auf die Arbeitszeitregelung. Ein ehrenamtliches Feuerwehrwesen, wie es in den deutschsprachigen Ländern (noch) üblich ist, gibt es im Rest der EU nicht. Die dortigen Berufspolitiker (auch die deutschen), von denen viele keinen richtigen Beruf gelernt, sondern in erster Linie irgendwelche Geschwätzwissenschaften studiert haben, wissen das nicht, weil sie von denen, die ihre Politik am Ende betrifft, zuweit entfernt sind. Es bewahrheitet sich wieder, daß von oben verordnete Gleichmacherei von Ungleichem in den Mitgliedsländern keine Vorteile bringt.

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