Artikel-Schlagworte: „DF-Erprobung“

Wie heute mitgeteilt wurde, ist der erweiterte Probebetrieb des Digitalfunks in unserem Netzabschnitt nach dem planmäßigen halben Jahr beendet worden. Ab sofort steht das neue digitale Funknetz den Nutzern uneingeschränkt zur Verfügung. Die Lenkungsgruppe DIGINET schreibt dazu:

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Firma Alcatel-Lucent Digitalfunk Betriebsgesellschaft mbH (ALDB) hat zum 05.12.2014 den Teilnetzabschnitt (TNA) 35 Schwaben Nord in den Wirkbetrieb übernommen. Die Netzabschnittsabnahme für den Ausstattungsbereich wurde durch die Projektgruppe Netzaufbau der Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS) gegenüber der Systemtechniklieferantin am 17.12.2014 erklärt. Damit befindet sich der TNA 35 Schwaben Nord seit dem 17.12.2014 im technischen Wirkbetrieb in der Aufbauphase.

Hier geht’s zu unserer Sprechfunkseite, die u.a. auch den Probebetrieb vorstellt und unter dem Schlagwort „DF-Erprobung“ finden Sie die passenden Artikel.

2m- und digitale HandfunkgeräteAm 16.09.2014 begann die Phase III des erweiterten Probebetriebes zur Einführung des digitalen BOS-Funks im Leitstellenbereich Augsburg. Für die kommenden Monate ist es geplant, den digitalen Funkbetrieb schrittweise auszubauen, um damit im Übungs- und Einsatzdienst Erfahrungen zu sammeln und ggf. noch bestehende Mängel festzustellen. In dieser Zeit ist als Rückfallebene allerdings der bekannte und bewährte analoge BOS-Funk stets bereitzuhalten. Hierbei ist insbesondere zu bedenken, daß gerade wir in unserer Randlage im südwestlichen Landkreis noch Lücken haben, die erst mit dem Netzaufbau im Abschnitt Schwaben-Südwest (u.a. Landkreis Günzburg) gegen Anfang bis Mitte 2016 geschlossen sein werden (B 16 Richtung Günzburg). Der analoge Funk ist daher noch nicht verzichtbar, Doppelausstattungen sind nicht zu umgehen.

Das Polizeipräsidium Schwaben-Nord in Augsburg hat angekündigt, den täglichen Dienstbetrieb ab dem heutigen 17.09.2014 nur noch digital abzuwickeln, zumal auch der Großteil der Gerätebeschaffungen dort bereits erfolgt ist. Den größten Nutzen des neuen Funksystems hat ganz klar die Polizei. Ihre Streifen sind darauf angewiesen, jederzeit auch zu Fuß über ein Handfunkgerät zur eigenen Dienststelle bzw. zur Einsatzzentrale (EZ) Augsburg durchzukommen. Das war in den bisherigen 4m- Funkverkehrskreisen nicht durchgehend sichergestellt, weil diese eben i.d.R. für Fahrzeugfunkgeräte an guten Antennen ausgelegt waren. Besonders auch die bisherigen lokalen 2m-Relaiskanäle der Dienststellen hatten nur eine sehr begrenzte Nutzreichweite. Nun, mit der auf Handfunkgeräte ausgelegten Netzversorgung des neuen Systems, hat sich diese Situation grundlegend gewandelt. Die Erreichbarkeit im Netzbetrieb (TMO) ist mit den einführend genannten Einschränkungen in bestimmten Randbereichen praktisch überall im Freien auch mit Handfunkgeräten gegeben.

Die Hilfsorganisationen im Leitstellenbereich befinden sich noch in der Beschaffungsphase. Viele haben bereits erste Funkgeräte für den Probebetrieb angeschafft und damit einige Erfahrungen gesammelt. Richtig loslegen können sie aber erst dann, wenn auch die Leitstelle Augsburg per Drahtanbindung im Netz ist und das Leitstellensystem die Rückmeldungen automatisiert auswerten kann. Das wird noch einige Zeit dauern, derzeit ist Mitte 2015 im Gespräch. Bis dahin kann der digitale Netzbetrieb (TMO) als zusätzlicher Meldeweg für nicht einsatzkritische und nicht zu dokumentierende Nachrichten verwendet werden. Der Direktbetrieb (DMO) kann dagegen im Einsatzstellenfunk ohne weitere Wartezeit Verwendung finden, allerdings müssen die bisherigen Funkgeräte im 2m-Band weiter mitgeführt werden, bis in der Umgebung alle umgestellt haben.
Da im Bereich der Hilfsorganisationen anders als bei der Polizei nicht ein fester Umstellungstermin möglich ist, müssen sich die Verantwortlichen ein passendes Konzept für die Übergangszeit zurechtlegen. Dabei ist auch zu bedenken, daß der bei uns nach Süden angrenzende Landkreis Günzburg zum Netzabschnitt Schwaben-Südwest gehört, der laut Planung erst gegen Mitte 2016 in Betrieb gehen wird. Westlich von uns befindet sich die Landesgrenze zu Baden-Württemberg, wo bisher noch nicht an eine Digitalisierung des Einsatzstellenfunks gedacht wird. Die funktechnische Zusammenarbeit mit den dortigen Einheiten muß auch weiterhin gewährleistet sein.

Gruppenbild Land, Wasser & LuftWenn Sie im südlichen Landkreis Dillingen unterwegs sind, wundern Sie sich nicht, wenn sie einer großen Anzahl an Einsatzfahrzeugen von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst begegnen. Dort findet nur eine Übung statt…“ So in etwa lautete eine Radiomeldung am Samstagvormittag, nachdem die letzte vorgeplante Digitalfunkerprobung im Netzabschnitt Schwaben Nord offenbar gewisse Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatte. Wasserwacht-, THW- und Feuerwehrboote durchpflügten den See, Polizei- und Feuerwehrfahrzeuge durchstreiften auf eigentlich gesperrten Wegen die Gegend, über allem kreiste ein Polizeihubschrauber; tja, man muß zugeben, das Aufsehen ist nachvollziehbar.

An einem Kiesweiher zwischen Dillingen und Holzheim traf am regnerischen Morgen des 16.08.2014 ein buntes Sammelsurium an Einsatzfahrzeugen vieler Hilfsorganisatonen zur Erprobung „Funkausbreitung Wasserflächen / Luftfahrtzelle“ ein. Diesen Beitrag weiterlesen »

Treffpunkt in NördlingenIm Großraum Donauwörth / Nördlingen fanden am Samstag, 09.08.2014 gleich drei große Digitalfunkerprobungen statt. An den von der Polizei Augsburg ausgearbeiteten Versuchen nahmen neben den Beamten der Polizeidienststellen Augsburg, Donauwörth, Nördlingen, Rain, Dillingen und der Bereitschaftspolizei Dachau auch ehrenamtliche Helfer von Feuerwehren, dem THW Augsburg und des Landratsamts Donauwörth teil. Der betriebene große personelle und technische Aufwand war notwendig, weil an diesem Tag drei sehr personalintensive Erprobungen zusammengefaßt wurden:

  • Zellwechsel
    Die Teilnehmer fuhren mit ihren Fahrzeugen auf verschiedenen Routen von Donauwörth nach Nördlingen und zurück, während in eine Gesprächsgruppe ein gesprochener Standardtext eingespeist wurde. Bei sich bewegenden Funkteilnehmern kommt es immer wieder zu Wechseln zwischen einzelnen Basisstationen, sog. „Zellwechseln“, je nachdem, wo das Funkgerät die bessere Versorgung erkennt. Während diesen Wechseln treten systembedingt kurze Unterbrechungen des laufenden Funkgesprächs auf. Diese Wechsel zwischen den Basisstationen und die Dauer der Unterbrechung waren zu protokollieren.
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Antennenanlage einer BasisstationWie eine schlechte Nachricht bei einer Digitalfunkerprobung dem Funknetz ein gutes Zeugnis ausstellen kann, war am 05.08.2014 eindrucksvoll in unserer Landkreishauptstadt zu sehen. Aber der Reihe nach.

Erprobt werden sollte diesmal der sogenannte „Fallbackmodus“, die Rückfallebene einer jeden Basisstation, falls ihr die Anbindungen ins Steuerungsnetz verloren gehen. Die Basisstationen sind normalerweise zweifach an ihr Steuerungsnetz angebunden. Sollte der Fall eintreten, daß ein Defekt eine Verbindng lahmlegt, wird automatisch die zweite verwendet. Der Anwender merkt nichts davon, die Funktion ist nicht beeiträchtigt. Im unwahrscheinlichen Fall, daß auch die zweite Verbindung ausfällt, geht die Basisstation in ihren Rückfallbetrieb, sie bildet im Grunde eine eigenständige „Funkinsel“, die wenigstens noch im eigenen Versorgungsbereich den Funkverkehr aufrecht erhält. Funkgespräche ins restliche Netz sind in diesem Fall mangels Datenverbindung aber nicht mehr möglich, worauf der Benutzer mit einer Einblendung in der Anzeige des Funkgerätes hingewiesen wird.

Der hier geschilderte Versuch hatte das gezielte Herbeiführen dieser Situation zum Inhalt. Der Netzbetreiber regelte zunächst alle Basisstationen in der weiteren Umgebung herunter und schaltete sie letztlich sogar ab, so daß sich die Funkgeräte der in die Umgebung ausgesandten Polizisten alle auf der stärksten verbliebenen Station anmeldeten. Dieser Basisstation wurden dann nacheinander beide Verbindungen ins Steuerungsnetz gekappt, um durch diese Störung den Rückfallbetrieb einzuleiten. Bis hierhin verlief alles nach Plan. Die getrennte Basisstation ging in den Inselbetrieb über, was auf den Funkgeräten auch angezeigt wurde. Jedoch erkannten die Funkgeräte das Problem der Basisstation und suchten sich sofort eine andere, weiter entfernte mit funktionierender Netzanbindung. Da man nicht alle Stationen in zig Kilometern Umkreis abschalten konnte, wurde das Ziel des Versuchs – Sprechfunkverkehr im Rückfallbetrieb zu überprüfen – verfehlt.

Über unser zukünftiges Funknetz können wir somit folgende Erkenntnisse festhalten:

  1. Die engmaschige Platzierung der Basisstationen in unserem Netzabschnitt sorgt nicht nur für eine gute Funkausleuchtung des Geländes, sondern kann auch offensichtlich mehrere ausgefallene Stationen ausgleichen. Selbst mit Handfunkgeräten war noch eine Verbindung über eine teilweise weit entfernte, nicht beeinträchtigte Basisstation möglich, und das auch aus der Stadt heraus.
  2. Weiterhin ermöglicht die gute Versorgung das Arbeiten mit sehr geringen Sendeleistungen, und zwar sowohl seitens des Netzes, als auch seitens der Funkgeräte.

So kam es, daß zwar das Ergebnis des Versuchs im Sinne der Vorgabe negativ zu bewerten war, die Erkenntnisse daraus aber für uns als Anwender überaus positiv sind.

Bilder der Digitalfunkerprobungen in unserer Umgebung finden Sie hier: Sprechfunk.

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