Artikel-Schlagworte: „Brand“

MaschinenbrandGegen 11:47 Uhr alarmierte die Leitstelle Augsburg nach dem Stichwort „B 4 – Maschinenbrand in Industriehalle“ ein großes Aufgebot an Feuerwehren nach Bächingen in die Ringstraße. Dort hatte eine Zerspanungsmaschine Feuer gefangen. Beim Eintreffen der ersten Fahrzeuge stellte sich heraus, daß die Mitarbeiter das Feuer mittels etlicher Feuerlöscher noch selbst hatten löschen können. Die Werkhalle war nun stark verraucht, weswegen die Feuerwehren zwei Überdruckbelüfter in den Einsatz brachten.

Weitere Einzelheiten finden Sie bei unseren Einsätzen.

Über die letzten beiden Jahrzehnte trat ein Leichtmetall zunehmend ins Rampenlicht, ohne das heute kaum noch irgendwelche tragbaren Elektronikgeräte funktionieren würden. Auch in der Fahrzeugtechnik und in Spielzeug bzw. Sportgerät hält es vermehrt Einzug. Die Rede ist natürlich vom Lithium, dessen Salze derzeit die erforderlichen hohen Energiedichten der Akkus ermöglichen. Viel Energie auf kleinem Raum bringt bekanntlich immer auch Gefahren mit sich, wenn sich diese Energie unkontrolliert frei- bzw. umsetzt. Die gespeicherte elektrische Energie bildet dabei nicht einmal die Hauptsorge, sondern die in der Akkuzelle potentiell vorhandene chemische Reaktionsenergie. Wir wollen die Gefahren dieser Technologie heute einmal etwas beleuchten.

Enge Grenzen des sicheren Betriebes
Lithiumzellen beinhalten hochreaktive Stoffe und können durch mechanische, thermische und elektrische Einflüsse beschädigt werden; wir haben hierzu bereits Beispiele in unseren Brandgefahren veröffentlicht. Es gibt bei der Lithiumtechnik nur ein sehr kleines Fenster von Temperatur-, Spannungs- und Stromwerten, das einen sicheren Betrieb gewährleistet:

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Vor einigen Tagen erschien in der Augsburger Allgemeinen und ihren Lokalteilen der ganzseitige Artikel „Weißes Gift – PFC-Rückstände stellen Gemeinden vor Probleme„. Es ging dabei um Schaumlöschmittel der Feuerwehr, deren Rückstände zu einer anhaltenden chemischen Belastung des Bodens führten. Diese Problematik betrifft großteils Flugplatzgelände, im Artikel besonders erwähnt, die ehemaligen Militärflugplätze auf dem Lechfeld und an der Donau. Was hat es nun damit auf sich? Sind alle Schaumlöschmittel umweltgefährlich?

Der Knackpunkt: per- und polyfluorierte Chemikalien.
Es gibt eine Vielzahl an Schaumlöschmitteln für die verschiedensten Anwendungen. Die am weitesten verbreitete Art ist (noch) das synthetische Mehrbereichsschaummittel, wie auch wir es verwenden (bzw. meistens spazierenfahren). Besondere Einsatzzwecke erfordern aber besondere Löschmittel. Für Brände großer Mengen von Flüssigkeiten, wie in Raffinerien und eben auch auf Flugplätzen, wurden jahrzehntelang AFFF- / A3F-Schaummittel eingesetzt. Ausgeschrieben ergibt die englische Abkürzung „aqueous film forming foam“, es handelt sich somit um einen wasserfilmbildenden Schaum. Dieser Wasserfilm eilt dem Schaum auf der Oberfläche des brennenden Stoffs voraus und verhindert dadurch den Sauerstoffzutritt. Diese Eigenschaft führt zu einer besonders guten Löschwirkung bei großen Flüssigkeitsbränden. Um diese zu erreichen, wurden in der Vergangenheit flourierte Chemikalien beigesetzt, insbesondere die seit 2006 verbotene Perfluoroctansulfonsäure (PFOS), die in der Natur nicht abgebaut werden können, wie man heute weiß. Besonders dort, wo diese Schäume oft eingesetzt wurden – auch übungshalber – finden sich deshalb hohe Konzentrationen dieser Stoffe.

Die meisten Schaumlöschmittel kamen bisher und kommen auch heute noch ohne flourierte Bestandteile aus. Sie sind mittlerweile sogar vollständig biologisch abbaubar. Die wenigsten Freiwilligen Feuerwehren benötigen wirklich AFFF-Schaumlöschmittel. Auch bei uns ging vor einigen Jahren seitens eines Wasserversorgers eine Anfrage ein, ob wir in der Vergangenheit solche Schaumlöschmittel verwendet haben, was natürlich nicht der Fall war.

Seite des Bay. Landesamts für Umwelt zum Thema.

Wir haben uns vor einiger Zeit an dieser Stelle mit der baulichen Ausführung und ggf. den Mängeln von Brandwänden befaßt und kamen zum Ergebnis, daß viele als Brandwand bezeichneten Wände die Vorgaben überhaupt nicht erfüllen; insbesondere, wenn diese nicht über Dach geführt sind.

In der Ausgabe 4/2019 greift auch die Zeitschrift „Schadenprisma“ der öffentlichen Versicherer das Thema auf, nachdem man dort festgestellt hat, daß vermehrt Brandwände vom Feuer überlaufen werden. Bemängelt wird darin die verbreitete Praxis, Brandwände unter Dach enden zu lassen und Hohlräume mit Mineralwolle auszustopfen. Leider ist Mineralwolle nicht dauerhaft formbeständig, sie verformt sich schon ohne Brandeinwirkung über die Jahre und schrumpft erst recht unter genügender Hitzeeinwirkung rasch zusammen. Der Weg für die Ausbreitung eines Feuers ist damit frei. Insbesondere bei Gewerbebauten, die noch nicht der Industriebaurichtlinie unterliegen, ereignen sich derartige Schadensausweitungen über Brandabschnitte hinweg, während dies bei über Dach geführten Brandwänden wirksam verhindert wird.

Weiterführende Literatur

 

Gleich in der Neujahrsnacht um 0:12 Uhr rief der Alarm die Feuerwehrleute in den Blumenweg, wo eine Hecke Feuer gefangen hatte. Die Anwohner konnten das Feuer mit eigenen Mitteln weitestgehend ablöschen. Seitens der Feuerwehr waren einige kleinere Nachlöscharbeiten im losen, dürren Pflanzenmaterial zu erledigen.

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