Artikel-Schlagworte: „baulicher Brandschutz“

Man findet sie meistens im Gewerbebau. Auf fast allen Supermärkten, auf landwirtschaftlichen Maschinenhallen, auch auf Feuerwehrhäusern und Bauhöfen und sogar vereinzelt im Wohnbau sind sie zu finden. Die Rede ist von Dachkonstruktionen mit Nagelplattenbindern. Wie wir im Bericht zum letzten Großbrand in unserer Nachbarschaft bereits erwähnten, geht hiervon eine besondere Gefahr im Brandfall aus, die im Schema „Gefahren der Einsatzstelle“ mit einem Buchstaben „E“ behandelt wird: Einsturz. Gut, bei genügend starker und langer Einwirkdauer des Feuers bricht jeder Dachstuhl einmal zusammen, aber die Nagelplattenkonstruktionen sind regemäßig zuerst fällig. Als Erfahrungswert nimmt man den Einsturz der gesamten Konstruktion 15 – 20 Minuten nach dem Beginn eines Dachstuhlbrandes an. Erschreckend kurz! Entsprechend sind die Dächer bereits vor dem Eintreffen der Feuerwehr eingestürzt oder sie stürzen kurz nach dem Beginn der Löscharbeiten in sich zusammen.

Es sind die Eigenheiten von Material und Bauweise, die für diesen schnellen Einsturz im Brandfall verantwortlich sind. Wie bereits geschrieben, sind solche Dachstühle meist im Gewerbebau vorzufinden, wenn im Grunde lediglich ein „Deckel“ für das Gebäude mit einem ansonsten nicht nutzbaren Dachstuhl benötigt wird. Entsprechend den Anforderungen des Bauvorhabens verfolgen diese Nagelplattenkonstruktionen das Ziel: viel Fläche bedecken mit möglichst wenig und günstigem, einfach und schnell zu verarbeitenden Material. Diesen Beitrag weiterlesen »

Im Einsatzbericht zum jüngsten Großbrand in unserer Nachbarschaft wurde die Brandausbreitung im Dachstuhl über eine bestehende Wand – „Brandwand?“ – beschrieben, die Gebäudeteile unterschiedlicher Nutzung trennte. Auf der einen Seite der Wand befand sich die Schreinerei, in der das Feuer offensichtlich seinen Ursprung hatte, auf der anderen Seite der Wand handelte es sich um eine Motorradwerkstatt. Der Brand hatte sich dabei über die Dachkonstruktion über die Trennwand auf die anfangs nicht betroffene Werkstatt ausgebreitet. Nun stellt sich in diesem Zusammenhang die berechtigte Frage: wie hat denn eine Brandwand ausgeführt zu sein, um eine Brandausbreitung wirksam zu verhindern und wirkungsvolle Löschmaßnahmen zu ermöglichen?

Hierfür müssen wir einen kleinen Exkurs in den baulichen Brandschutz unternehmen. Diesen Beitrag weiterlesen »

Wir berichteten bereits über die Gefahren, die von den sogenannten Wärmedämmverbundsystemen ausgehen können; der Norddeutsche Rundfunk hat darüber eine interessante Reportage „Wahnsinn Wärmedämmung“ veröffentlicht. Nun geht der NDR mit neuen Nachforschungen in die nächste Runde: Wärmedämmung – der Wahnsinn geht weiter.

Diesmal geht es noch tiefer in das Thema hinein und näher an die Probleme heran. Es ergeben sich hochinteressante Erkenntnisse, die wir hier kurz als Stichpunkte zusammenfassen; es lohnt sich in jedem Fall den Film anzuschauen.

  • Prüfkriterien bei Brandversuchen werden den Baustoffherstellern überlassen.
  • Polystryolplatten werden gezielt nur auf das Bestehen einer Prüfung einer mit der Praxis nicht übereinstimmenden Anordnung getrimmt, um das Prädikat „schwer entflammbar“ zu erreichen. Außerhalb Deutschlands gelten die gleichen Baustoffe übrigens als „normal entflammbar“.
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Wärmedämmsysteme, die auf bestehende Fassaden aufgebracht werden, waren von Beginn an unter Fachleuten umstritten. Inzwischen können wir über das letzte Jahrzehnt auf eine große Zahl in dieser Art gedämmte Häuser blicken. Es scheint nun, daß die Skeptiker in vielen Punkten richtig liegen. Probleme gibt es nämlich vielerlei: Vögel bauen in die Dämmung, Schimmelbildung an der Bausubstanz und Algenbildung an der Fassade, Biozide in Putz und Anstrich, die ausgewaschen werden und ins Grundwasser kommen und – besonders für unsere weitere Betrachtung – die Gefahr der Ausbreitung im Brandfall.

Dazu mußten in den letzten Jahren viele Feuerwehren unangenehme Erfahrungen machen. Es trat ein ganz neues Phänomen auf, das es bisher so nicht gab. Ein einfacher Zimmerbrand kommt durchs Fenster und setzt die Fassadendämmung in Brand. Diese sorgt für die Ausbreitung in zwei Richtungen. Nach oben geraten über die aufsteigende Hitze ganze Fassaden in Brand und das Feuer kommt so auch in eigentlich bisher unbetroffene Räume. Nach unten breitet sich das Inferno über brennend abtropfenden Kunststoff aus, der wie ein Feuerregen von oben kommt und die Löscharbeiten behindert. Hierzu zwei Beispiele, zuerst ein Brand aus Berlin (Bericht Berliner Feuerwehr), dann noch einer aus Delmenhorst (Bericht Feuerwehr Delmenhorst, Video hierzu). Diesen Beitrag weiterlesen »