Es war bei der Planung nicht einzuschätzen. Würden die Gäste nach zwei Jahren Zwangspause wieder in gewohnter Zahl erscheinen? Kommen vielleicht viel mehr, weil endlich wieder ein Fest ist? Oder kommen im Gegenteil viel weniger, weil ihnen mittlerweile Menschenansammlungen suspekt geworden sind? Wieviel Ware sollen wir folglich einkaufen? Wir nahmen schließlich die Bestellmengen von der letzten Maifeier 2019.

Am Abend des 30. April haben unsere Besucher die zugrundeliegende Frage beantwortet, und zwar in beeindruckender Weise. Die Gäste erschienen sehr zahlreich und brachten ordentlich Hunger mit. Seelen (200 Stk.) und Pommes Frites (12 kg) waren nach etwa 1,5 Stunden ausverkauft. An den Verpflegungsständen herrschte über zwei Stunden lang durchgehender Betrieb. Einen derart ungebrochenen Ansturm hatten wir selten, daraus entstanden natürlich betriebsbedingte Wartezeiten. Diese sind leider nicht zu umgehen, wenn eine Veranstaltung zu einem festen Zeitpunkt beginnt und alle sofort und gleichzeitig essen wollen.

Sogar das Wetter hatte ein Einsehen. Nachdem es tagsüber immer wieder leicht geregnet hatte, kam abends die Sonne heraus und der Wind ließ nach. Sowohl in der aufgestuhlten Fahrzeughalle, im Zelt davor und auf dem angrenzenden Gelände hatten es sich unsere Gäste bequem gemacht. Die Vereinsführung freute sich sehr über den guten Besuch, hatte sich doch die ganze Vorbereitung für diesen Abend gelohnt.

Unter der LindeNach zwei Jahren erzwungener Abstinenz und notgedrungener Ersatzveranstaltungen laufen nun die Vorbereitungen für die diesjährige Maifeier, die endlich wieder im gewohnten Rahmen stattfinden wird.

Am Abend des Samstags, 30.04.2022, laden wir im Anschluß an die Veranstaltung am Maibaum wieder ins Feuerwehrhaus ein. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Im Gemeindeblatt Nr. 11 / 2022 wird über die Gemeinderatsitzung vom 10.03. berichtet. Unsere Betrachtung behandelt das Thema „Umrüstung bestehender Sirenenanlagen bzw. Neuerrichtung einer Sirenenanlage“. Dieses Thema kam durch die Anregung der Feuerwehrführung zur Beratung, erstmals im Jahr 2010. Weil den Lesern des Gemeindeblattes (und evtl. auch dieses Artikels) die Umstände dieser Sache bisher nicht bekannt sein werden, sollen sie hier erläutert werden.

Hintergrund
Die Gemeinde Bächingen betreibt zum Zwecke des Zivil- und Katastrophenschutzes sowie zur Feuerwehralarmierung drei Sirenen im Ortsgebiet. Standorte sind das Rathaus (Bj. 1962), die Grundschule (Bj. 1974) und eine Mastsirene in der Westendstraße (Bj. 1994). Bei allen drei Stück handelt es sich um die klassische elektromechanische Motorsirene Modell E 57. Es hat sich nun gezeigt, daß besonders in den Neubaugebieten südlich der Gundelfinger Straße bei geschlossenen, heutzutage dreifachverglasten Fenstern, der Sirenenalarm kaum noch hörbar ist. Wir hatten auf diesen Sachverhalt in unserem Schreiben im Jahr 2010 aufmerksam gemacht und eine mögliche Neuerrichtung einer Sirenenanlage in dieser Gegend angefragt:

[…] Bei der zukünftigen Ausweisung von Neubaugebieten muß meiner Ansicht nach wieder stärker an das Thema Warnung der Bevölkerung gedacht und es müssen Sirenen an geeigneten Standorten errichtet werden. Es gibt heute auch elektronische Sirenenanlagen, deren Lautsprecher gezielt ausgerichtet werden können und die durch Akkupufferung auch bei Stromausfall noch funktionieren (bei Motorsirenen bauartbedingt nicht möglich). Im Falle einer Neuerrichtung müßte eine Beratung durch Fachfirmen erfolgen. Diesen Beitrag weiterlesen »

Die neuen Dienst- bzw. Terminpläne für Feuerwehr und Jugendfeuerwehr sind ab sofort beim Ausbildungsmaterial abrufbar: Dienstplan 2022.

Löschbombe„Was ist das denn?“ fragten sich zweifellos nicht nur die Käufer eines alten Hauses, sondern im ersten Moment auch die Entschärfer des Kriminaltechnischen Instituts beim Landeskriminalamt. Da hing das hier abgebildete rote Objekt mit der Aufschrift „Bombe“ an einem augenscheinlichen Steuergerät mit seltsamer Skala. Es wurde schließlich abgenommen, unbeschädigt abtransportiert und der Inhalt unschädlich gemacht. Es handelte sich um gepreßtes Löschpulver, in dessen Mitte eine pyrotechnische Zerlegeladung eingesetzt war.

In der Tat sind hierüber nur wenige Informationen auf elektronischem Wege zu finden. Anhand der Aufschriften ergibt sich aus einem archivalischen Eintrag im Handelsregister ein Hinweis auf die Firma „Impa“ in Stuttgart-West, welche in der Zeit von 1931 bis 1951 im Geschäft war. Aus der Schweiz gibt es einen Artikel vom Ende der 30-er Jahre, wo ein ähnliches Gerät für den Zivilschutz i.Z.m. Luftangriffen beworben wird. Während das dort beschriebene Löschgerät eine Auslösung durch Anzündschnüre verwendet, kommt beim vorliegenden Apparat ein Anreißanzünder zum Einsatz.

Anhand des vorliegenden Musters läßt sich die Funktionsweise wie folgt rekonstuieren. Die Feuerlöschbombe stellt sozusagen eine selbsttätige und weitestgehend wartungsfreie Löscheinrichtung dar. Sie wurde gezielt in Dachstühlen aufgehängt, um im Falle eines Brandes ohne menschliches Zutun zügig erste Löschmaßnahmen einzuleiten. Der Apparat besteht aus zwei Hauptgruppen, zum einen dem Fallhöhenbegrenzer mit seiner Halteeinrichtung, zum anderen dem roten Fallkörper mit dem Löschmittel und der Zerlegeladung. Der Fallkörper wird mit einer Sperrklinke gehalten, die ihrerseits auf einem weichen, bei einer festgelegten Temperatur erweichendem Bolzen aufliegt. Erreicht die Umgebungstemperatur die Erweichungstemperatur des Bolzens, löst sich die Sperrklinke und der Fallkörper fällt durch sein Eigengewicht nach unten. Dabei wird aus dem Fallhöhenbegrenzer ein Federstahlband herausgezogen, welches nach der an der Skala eingestellten Fallhöhe arretiert. Der entstehende Ruck des abgebremsten Fallkörpers löst den in der pyrotechnischen Ladung angebrachten Anreißanzünder aus, welcher die Zerlegung der Löschbombe einleitet. Durch die kleine Explosion im Inneren wird das darum abgelagerte Löschpulver fein zerstäubt und in der weiten Umgebung als Staubwolke verteilt, was das sich entwickelnde Brandgeschehen niederschlagen und weitere Löschmaßnahmen erleichtern soll. Heute würde man zu diesem Zweck Sprinkleranlagen einsetzen.

Dieses interessante und seltene Zeitzeugnis aus der Brandschutzgeschichte belegt wieder einmal, wie man mit einfachen aber effizienten Mitteln und Erfindergeist in früheren Zeiten an solche Problemstellungen heranging.