Der Kreisfeuerwehrverband Heidenheim veranstaltete Ende Oktober 2015 erstmalig ein „Technikseminar“ in Sontheim, bei dem besonders die für die Feuerwehren wertvollen Möglichkeiten der örtlichen Betriebe vorgestellt wurden. Da Sontheim a.d. Brenz trotz Landesgrenze mit Bächingen zusammengebaut ist und die Gemeinden ein gemeinsames Gewerbegebiet haben, betrifft das auch uns in erster Linie. Was im oben angegebenen Zeitungsartikel etwas zu kurz kommt, stellen wir hier für den Feuerwehranwender ausführlicher vor.

Reinigung von mit fettigen und öligen Stoffen verschmutzten Oberflächen
OberflächenreinigerEin Einsatzbeispiel aus der Umgebung. Vor einigen Jahren lief eine größere Menge heißes Palmöl aus seinem Transportfahrzeug aus und verteilte sich weitläufig auf den Straßen. Die örtliche Feuerwehr war stundenlang im Großeinsatz, aber letztlich mit der Situation – Heißwasser herstellen, Hochdruckreiniger damit beschicken, gelöstes Fett absaugen – überfordert. Hier könnte man z.B. auf Spezialgeräte der Sontheimer Firma Eisenring zurückgreifen. Der Oberflächenreiniger kann in Verbindung mit einem Saugwagen die Verschmutzungen mit heißem Wasser unter Hochdruck ablösen und das gelöste Material gleich aufnehmen.

Kanalinspektionsfahrzeug
KanalinspektionMit der in diesem Fahrzeug eingebauten Technik ist es möglich, Rohrleitungen per Kamerawagen optisch zu inspizieren und bei festgestellten Schäden eine genaue Ortung der Schadenstelle für die spätere Reparatur vorzunehmen. Die Positionsbestimmung des im Rohrnetz fahrenden Kamerawagens erfolgt dabei über Funkortung an der Oberfläche. Hiermit wären auch Hohlräume kontrollierbar, in die sich beispielsweise Tiere verirrt haben, oder, wie es ab und an vorkommt, die Quelle wassergefährdender Schadstoffe festzustellen.

Saugbagger
Saugbagger im EinsatzDie mit Abstand beeinduckendsten Möglichkeiten für die Feuerwehr bietet aber der Saugbagger. Dabei handelt es sich vereinfacht gesagt um einen großen Naß- und Trockensauger auf einem 32 t. Vierachserfahrgestell. Er kann z.B. Leitungsschächte freilegen, ohne daß die Gefahr der Beschädigung von Leitungen besteht wie bei den klassischen Baggerarbeiten.

Für die Feuerwehren bieten sich dadurch vielfältige Einsatzmöglichkeiten:

  • Schonendes und schnelles Freilegen von Verschütteten.
  • Ausräumen von Hackschnitzel-, Pellet- oder sonstigen Silos und Getreidelagern, sogar wenn sie Glutnester beinhalten (hier wird einfach Wasser beigemischt).
  • Aufnehmen von verlorener Ladung (Flaschen, Scherben, pulvrige Stoffe), auch in weitem Umkreis von befahrbaren Flächen. Die Saugleitung ist in der Ebene auf bis zu 100 m verlängerbar.

Saugwagen
Mit den drei Saugwagen der Firma ist es möglich, pro Fahrt etwa 50.000 Liter Wasser zu transportieren. Da die Fahrzeuge selbstansaugend sind, benötigen sie an der Entnahmestelle keine Feuerwehrpumpen. Weiterhin führen sie immer etwas Wasser in Tanks mit, das mit dem 200 m langen Hochdruckschlauch auch für Löscharbeiten einsetzbar wäre.

Kraneinsatz
Einsatzmöglichkeiten KranDas bevorzugte Mittel – weil in der eigenen Organisation verfügbar – wenn die Feuerwehr in Höhen muß, sind Drehleitern. Diese Sonderfahrzeuge sind aber nicht dafür gebaut, große seitliche Ausladungen zu erreichen oder schwere Lasten zu heben; es sind Rettungsgeräte. Andere Möglichkeiten bietet hier der Einsatz eines Autokrans der Firma Joas. Bei einer Ausladung von 3 m sind Lasten von bis zu 80 t. handhabbar. Will man weiter seitlich hinaus, verringert sich logischerweise die Traglast, für einen Arbeitskorb mit einigen Leuten drin reicht es aber doch problemlos, wie die Einsatzbeispiele zeigen.

Baustraße
Nicht an jeder Einsatzstelle gibt es befahrbaren Untergrund. Für solche Fälle wäre der Einsatz von befahrbaren Kunststoffplatten zur Befestigung des Untergrundes möglich. Die Platten können mit Klammern zusammengehängt werden, so daß ein einheitlicher Bodenbelag entsteht.

Zusammenfassung
Viele der Teilnehmer waren überrascht, über welche, manche Feuerwehreinsätze erleichternden Möglichkeiten örtliche Firmen verfügen. Zwar sind natürlich besonders tagsüber gewisse Rüstzeiten anzusetzen, bis die Gerätschaften von der Baustelle am Einsatzort sind, aber Nachfragen kostet zunächst einmal nichts. Der Einsatz solcher Geräte lohnt sich immer dann, wenn ansonsten viele Feuerwehrleute viele Stunden mit z.T. gefährlichen Arbeiten beschäftigt wären. Schaufeln zehn Feuerwehrleute eine Stunde lang Scherbenhaufen in Schubkarren, entstehen laut Kostensatzung der Gemeinde Bächingen 230 E Personalkosten. Da ist eine Stunde Saugbagger bereits günstiger. Es kann also auch für einen zahlungspflichtigen Verursacher wirtschaftlicher sein, eine halbe Stunde auf ein Spezialgerät zu warten und den Einsatz dann in kurzer Zeit ohne weitere Gefährdungen und mit überzeugendem Ergebnis abhandeln zu können, als einen Zug Feuerwehrleute die halbe Nacht hindurch die Straße schrubben zu lassen.

Einige Bilder der Veranstaltung finden Sie hier: Techinkseminar.

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