Manche Dinge sind für uns so normal, daß wir kaum je einen Gedanken daran verschwenden. Eine ständig verfügbare und zuverlässige Stromversorgung gehört in diese Kategorie. Was verbinden Sie mit dem Stichwort Stromausfall? Auch in Bächingen gab es das in den letzten Jahren immer wieder einmal. Ein Teil des Orts ist für einige Stunden dunkel. Zwar eine lästige Sache, allerdings nicht weiter tragisch. Aber einen so richtig langen und großflächigen Stromausfall gab es bei uns, soweit ich zurückdenken kann, nicht. Sie erinnern sich aber sicherlich noch an den Winter 2005, als im Münsterland für sieben Tage großflächig der Strom ausfiel, u.a. deshalb, weil Hochspannungsleitungen (mechanisch) zusammengebrochen waren. Betrachten wir doch einmal die Auswirkungen bei einer solchen Lage, speziell auch auf die Hilfsorganisationen.

Auswirkungen auf den einzelnen Haushalt

  • Zunächst Akkubetrieb, schließlich Ausfall medizinischer Geräte bei pflegebedürftigen Personen.
  • Ausfall von Wasser- und Abwasserversorgung.
  • Ausfall der Zentralheizung.
  • Kühlschrank und Gefriertruhe tauen auf, fast alle Elektrogeräte nutzlos.
  • Ausfall netzbetriebener Rundfunkgeräte.
  • Ausfall aller modernen Telefone und Telefonanlagen, die eine externe Stromversorgung benötigen.

Auswirkungen auf das öffentliche Leben

  • Aufzüge bleiben stehen, Personen sind eingeschlossen.
  • Überlastung aller Mobiltelefonnetze wegen großem Aufkommen, schließlich Komplettausfall nach höchstens 12 Std.
  • Ausfall aller kabel- oder funkgestützten Internetverbindungen.
  • Lebensmittelversorgung über den Handel zunächst erschwert, nach einigen Tagen sind die eingelagerten Vorräte aufgebraucht.
  • Ausfall sämtlicher elektronisch gestützter Bankvorgänge (Überweisungen, EC-Karten…).
  • Notstrombetrieb von Krankenhäusern für begrenzte Zeit möglich, dann Nachtanken erforderlich.
  • Verkehrslenkung bricht zusammen (Ampeln).
  • Elektrische Rolläden und Schließsysteme fallen aus.
  • Öffentliche Verkehrsmittel fallen aus. Die DB fährt möglichwereise noch, da sie über eigene Kraftwerke und ein eigenes Stromnetz verfügt.
  • Treibstoffversorgung an Tankstellen nur noch begrenzt, mangels el. Einspeisemöglichkeiten meistens aber nicht mehr gewährleistet.

Auswirkungen auf die Hilfsorganisationen

  • Gehäufter Meldungseingang vieler Brand- und Einbruchmeldeanlagen wegen des Stromausfalls.
  • Ausfall der Sirenenalarmierung (Motorsirenen sofort, akkugepufferte Elektroniksirenen nach einigen Tagen).
  • Ausfall der Alarmumsetzer für Meldeempfänger nach Entleerung der Pufferakkus.
  • Ausfall der Relaisstelle(n), sofern kein dauerhaftes Notstromsystem vorhanden ist. Dadurch Abreißen des Kontaktes zur Leitstelle und endgültiger Verlust der Alarmierbarkeit.
  • Treibstoffversorgung erschwert.
  • Öffentliche Wasserversorgung außer Betrieb.
  • Einsatzführungssysteme über (drahtloses) Internet funktionieren nicht.

Das zunächst drängendste Problem der Hilfsorganisationen ist der schnelle Verlust der eigenen Alarmierbarkeit, wobei besonders in der ersten Phase auch noch mit einem gesteigerten Einsatzaufkommen gerechnet werden muß. Als Maßnahmen in einem solchen Fall müßten die Mitarbeiter der Hilfsorganisationen einen ständigen Wachbetrieb als örtliche Anlaufstelle für die Bürger einführen und auch Streifenfahrten im eigenen Schutzbereich unternehmen. Als nächste wichtige Aufgabe gilt es, die Funktion der BOS-Kommunikationsverbindungen aufrechtzuerhalten. Weiterhin sind übergeordnete Führungsstellen einzurichten, welche die Versorgung der Bürger mit lebensnotwendigen Dingen zu organisieren haben.

Wie Sie erkennen, hätte ein langandauernder, großflächiger Stromausfall weitreichende und bedrohliche Auswirkungen auf alle Bereiche des täglichen Lebens. Unsere moderne Gesellschaft ist wortwörtlich abhängig von einer stabilen Stromversorgung. Das Unangenehme an diesen Gedankenspielen ist, daß ein solches Ereignis tatsächlich jederzeit eintreten kann. Es schadet also nicht, auch selbst eine gewisse Vorsorge zu treffen. Dazu gibt es eine empfehlenswerte Broschüre des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.
Hilfsorganisationen werden hier ebenfalls fündig: Publikationen zu kritischen Infrastrukturen.

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