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Dampfdreschen in Bächingen um 1910Weil dem Kommandanten auch die geschichtlich-technische Allgemeinbildung der Jugendfeuerwehr am Herzen liegt, hatte er für Herbst und Winter 2017 / 2018 eine kleine Unterrichtsreihe zu mechanischen Antrieben vorbereitet. Dabei wird der Bogen geschlagen vom Beginn der Mechanisierung mit Wind- und Wassermühlen über die Dampfmaschine bis zu den heutigen Verbrennungsmotoren. Der erste Unterricht dazu befaßte sich hauptsächlich mit der Dampfmaschine, deren Bedeutung für die Entwicklung der heutigen Industriegesellschaft praktisch nicht überschätzt werden kann. Sie ermöglichte überhaupt erst das Entstehen von Fabriken, weil sie von Wind und Wasser unabhängige mechanische Antriebskraft zur Verfügung stellen konnte, später auch Elektrizität. Auf Räder und Schienen gesetzt, entstand die Eisenbahn, die wiederum wie keine andere Erfindung eine bis dahin unbekannte Mobilität für die Bürger sowie schnellen, grenzüberschreitenden Warentransport ermöglichte und auf diese Weise zum Aufstieg der Industriegesellschaft im 19. Jahrhundert beitrug.

Da zu vermuten war, daß die heutigen Jugendlichen und auch die jungen Erwachsenen kaum noch eine Dampfmaschine aus eigener Anschauung kennen, brachte der Kommandant eine Modelldampfmaschine zum Unterricht mit. Diese wurde dann angefeuert und trieb wie beim Original verschiedene Arbeitsmaschinen an. Die Funktion und die Zusammenhänge zwischen Feuer, Wasser, Dampf und Bewegung konnten so am Modell entdeckt werden. Als Vertiefung des Themas durfte dann jeder noch eine eigene Dampfmaschine bauen, genauer gesagt, einen Holzbausatz „Luftmotor“, der wie eine Dampfmaschine funktioniert. Befestigt man einen aufgeblasenen Luftballon am Einlaßstutzen oder bläst selbst hinein, setzt sich die Maschine in Bewegung. Der Bau der Maschinen ist Ende Dezember noch im Gange.

Im neuen Jahr wird sich die Jugendfeuerwehr dann mit den bei der Feuerwehr unverzichtbaren Verbrennungsmotoren beschäftigen, welche zusammen mit der Erfindung des Automobils zum Wohlstand unserer Gesellschaft maßgeblich beigetragen haben.

Einige Bilder dazu finden Sie hier: Antriebe – Dampfmaschine.

MaiszuführungAm herrlich sonnigen Samstag, 05.03.2011, trafen sich die beiden Feuerwehren Sontheim und Bächingen an der Biogasanlage, die direkt an der Landkreisgrenze auf bayerischem Gebiet liegt. Bei vorhergehenden Unterrichten über die Theorie solcher Anlagen wurde den Feuerwehrleuten beider Orte das Grundwissen beigebracht, das nun im Ortstermin vertieft werden konnte.

Die Anlage wird von einer Landwirtsgesellschaft gemeinsam betrieben und erzeugt aus Maissilage Biogas. Etwa 34 Tonnen Mais wandern täglich in die Gärbehälter, wo pro Stunde 380 m³ Gas erzeugt werden. Das Gas dient als Treibstoff für einen 800 kW-Motor, der einen Generator antreibt und den erzeugten Strom ins Netz einspeist.

Im Anschluß an die interessante und kompetent geführte Begehung entwickelten sich noch verschiedene Fachsimpeleien unter den Feuerwehrleuten beider Orte, gerade auch was eine etwaige Alarmierung im Einsatzfall angeht. In Sachen der länderübergreifenden Alarmierung liegt auf höherer Ebene leider noch einiges im Argen, was sich auch auf die grenznahe Biogasanlage direkt auswirkt. Wir haben gegen Ende letzten Jahres eine Neuregelung an der Landesgrenze angeschoben und „stupfen die Vorderen“ monatlich, damit baldmöglichst ein Fortschritt zum Wohle der Bürger erzielt werden kann.

Die Bilder der Begehung finden Sie hier: Ausbildung.

Unterricht

Unterricht mit Herrn Bißwanger

Für diesen Unterricht hatten wir mit Herrn Hauptkommissar Bißwanger von der Polizeiinspektion Dillingen einen besonderen Fachmann gewonnen. Ganz nach dem Thema des Unterrichts drehte sich alles um die Aufgaben und Befugnisse der Feuerwehr im öffentlichen Verkehrsraum.
Die richtige Absicherung einer Einsatzstelle nahm eine besondere Stellung im Unterricht ein, weil dabei immer wieder schwere Unfälle geschehen. Zu diesem Teilbereich zeigte Herr Bißwanger ein Ausbildungsvideo der Polizei. Auch die Auswirkung verschiedenfarbiger Kleidung auf die Erkennbarkeit bei Nacht wurde eindrucksvoll dargestellt. Die Feuerwehr hat bei der Verkehrsregelung übrigens die gleichen Befugnisse wie die Polizei. Ebenso greifen natürlich die Bußgeldbestimmungen, wenn die Weisungen der Feuerwehrleute von beratungsresistenten Fahrzeugführern ignoriert werden.

Auf die neue Gesetzesgrundlage zu den sogenannten „Feuerwehrführerscheinen“ kam der Hauptkommisar im Anschluß zu sprechen. So dürfen die Hilfsorganisationen ihre Fahrer für Fahrzeuge bis 4,75 t. selbst ausbilden, für den Tonnagebereich bis 7,5 t. wird eine vereinfachte Ausbildung in einer Fahrschule gefordert. Das Thema Führerschein wird uns nächstes Jahr treffen, da wir neue Fahrer für unseren 7,5-Tonner brauchen.

Mit Spannung erwartet waren natürlich die Ausführungen zu Sonderrechten und Wegerecht. Herr Bißwanger stellte klar, daß den Feuerwehrleuten nach der Alarmierung auch mit dem Privat-Pkw Sonderrechte zustehen. Allerdings können diese mangels Signaleinrichtungen anderen Verkehrsteilnehmern nicht angezeigt werden, weshalb sie äußerst sparsam und immer unter Berücksichtigung der Verhältnismäßigkeit eingesetzt werden sollten (zur Unterscheidung Sonder- / Wegerecht siehe auch unser Lexikon).

UnterrichtsabendTodgesagte leben länger – das trifft auch auf die Kaminbrände zu, die in Zeiten der weitverbreiteten Gasheizungen kaum mehr vorkamen. Zwischenzeitlich stellen viele Hausbesitzer wegen den gestiegenen Energiepreise wieder auf Festbrennstofföfen um. Entsprechende Öfen gibt es sogar im Baumarkt, leider ist bei manchen Hausherren das Wissen um den Verbrennungsvorgang nicht mehr vorhanden. Das Ergebnis: Kaminbrände fe(i/u)ern fröhliche Urständ.

Das Hintergrundwissen für die Feuerwehr brachte an diesem Abend Kaminfegermeister und Kreisbrandmeister a.D. Renftle unseren Feuerwehrleuten bei. Was steckt dahinter, auf was ist zu achten, welche Gefahren lauern und natürlich was die Feuerwehr tun kann erklärte Herr Renftle anschaulich mit mitgebrachtem Material. Gefahren durch die Kaminbrände entstehen meist in älteren Häusern und insbesondere, wenn es Bausünden um den Kamin herum gibt. Eine solche Bausünde hatte er dabei: einen 150 Jahre alten Balken, der in der Seitenwand eines gemauerten Kamins eingebaut war!
Dem hochinteressanten Unterricht folgte noch eine Diskussion in kleinerer Runde zum Thema. Die Bilder zum Unterricht finden Sie hier: Kaminbrände.