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Der alte Handfeuermelder am RathausIm Zuge des aktuellen Rathausumbaus wurde der letzte verbliebene Handfeuermelder abgebaut. Es gibt nun in Bächingen keine Möglichkeit mehr, Sirenen per öffentlichem Druckknopfmelder auszulösen. Um diesen Schritt verstehen zu können, blicken wir in die Technikgeschichte der Alarmierung zurück.

Zum Zeitpunkt des Einbaus der Sirene Anfang der sechziger Jahre wurde diese nur über die Handauslösung in Funktion gesetzt. Man entdeckte ein Feuer im Ortsgebiet, drückte den Knopf und die elektromechanische Sirenensteuerung schaltete den Elektromotor der Sirene in vorbestimmten Intervallen ein und aus. Die Feuerwehrleute in Hörweite nahmen den Alarm wahr und eilten ins Feuerwehrhaus, wo der Mitteiler seine Feuermeldung mündlich an sie weitergab.

Ab der Mitte der siebziger Jahre verbreitete sich in den Landkreisen die Funkalarmierung, d.h. Funkempfänger an den Sirenensteuerungen empfangen einen ausgesendeten Alarm und lösen die Sirenenalarmierung aus. Diese Funkalarmierung erfolgte im ländlichen Bayern über Jahrzehnte durch die örtlichen Polizeidirektionen, bei denen ein telefonischer Notruf einging. Die Feuerwehren erfuhren dann über Funk den Grund des Alarms. Diesen Beitrag weiterlesen »

Blick über die EinsatzstelleAm Samstag, 24.03.2018 gegen 21:40 Uhr alarmierte die Leitstelle die Feuerwehren Bächingen, Obermedlingen und Gundelfingen zu einem offenen Dachstuhlbrand in der Sontheimer Straße. Bereits vom Feuerwehrhaus aus war der Feuerschein deutlich zu sehen. Es entwickelte sich ein längerer Brandeinsatz, zu dem im Verlauf die Drehleiter der Feuerwehr Giengen hinzugezogen wurde.

Eine ausführliche Berichterstattung finden Sie bei den Einsätzen, hier führen wir einige Stichpunkte auf.

  • Es handelte sich um ein renoviertes ehemaliges landwirtschaftliches Gebäude, vorne Wohnhaus, hinten Stadel / Ställe.
  • Das Feuer hatte wohl seinen Ausgang in einer Garage im früheren Ökonomieteil und breitete sich von dort rasant in den Dachstuhl aus.
  • Die anwesenden Bewohner wurden auf den Brand aufmerksam und konnten das Gebäude sicher verlassen.
  • Beim Eintreffen der ersten Bächinger Fahrzeuge befand sich der Dachstuhl über dem Ökonomieteil im Vollbrand. Das Feuer hatte offenbar auch bereits die Brandwand zum Wohnhaus hin überlaufen und sich im Bereich der Firstpfette weiterbewegt.
  • Sofort gingen mehrere Strahlrohre von außen in Stellung, um das Wohnhaus möglichst zu schützen und ein Übergreifen auf benachbarte Gebäude zu unterbinden, Atemschutztrupps untersuchten die Lage von innen. Der Dachspitz war von innen für Löschmaßnahmen nicht zugänglich.
  • Die Gundelfinger Drehleiter ging in Stellung und unternahm erste Löschmaßnahmen von oben, wobei die Freileitung der Stromversorgung für weitere Arbeiten zuerst abgeschaltet werden mußte. Eine weitere Drehleiter aus Giengen wurde nachalarmiert, um von der anderen Gebäudeseite aus in gleicher Weise am Dach tätig zu werden.
  • Der Hauptbrand war verhältnißmäßig schnell unter Kontrolle, jedoch bereiteten einige im Dach- und Deckenaufbau entstandene Glutnester an unzugänglichen Stellen Kopfzerbrechen.
  • Die Feuerwehr Gundelfingen wurde während des Einsatzes zu einem schweren Verkehrsunfall zwischen Gundelfingen und Lauingen alarmiert. Die Drehleiter verblieb vor Ort.
  • Die letzten Glutnester, die immer wieder hartnäckig aufgeflammt waren, konnten letztlich nur durch großräumiges Öffnen über die Drehleiter von außen und gleichzeitig von innen aufgefunden und ausgeräumt werden; zu dieser Zeit war es etwa 5 Uhr (enthält + 1 Stunde Zeitumstellung).
  • Vorläufiges Einsatzende war gegen 6 Uhr.
  • Die Bächinger Feuerwehr war bis zum Mittwoch, 28.03.2018 nicht vollständig einsatzbereit, da Atemschutzgeräte befüllt und geprüft sowie die eingesetzten Schläuche gereinigt und geprüft werden mußten.

Unsere Gedanken sind bei der geschädigten Familie und ihren Angehörigen. Wir wünschen Ihnen viel Kraft und alles Gute.

Wir bedanken uns bei allen eingesetzten Blaulichtorganisationen für die tatkräftige und fachkundige Unterstützung. Insbesondere den Drehleitermaschinisten gilt unsere Hochachtung, die in engsten räumlichen Gegebenheiten ihre schweren Geräte sicher bewegten.

Anfang der neunziger Jahre gab es sie noch überall, die Sirenen des Luft- und Zivilschutzes, die oft auch für die Feuerwehralarmierung eingesetzt wurden. Der Hauptzweck, wenn auch glücklicherweise nicht die Hauptverwendung dieser Sirenen war es, die Bürger vor feindlichen Kampfhandlungen zu warnen, damit sich diese in Schutzräume begeben oder anderweitig in Sicherheit bringen konnten. In der Zeit des Kalten Krieges wären in einem solchen Fall beide deutsche Staaten zum Kriegsgebiet geworden, was die Planungen der beiden damals weltbeherrschenden Militärbündnisse auch so vorsahen. Als die Gefahr eines Kriegsausbruchs zwischen NATO und Warschauer Pakt gebannt war, sah man viele dieser Sirenen und die sie steuernden Warnämter als überflüssig an und baute sie ab.

Allerdings tat sich dadurch eine Warnlücke auf, denn jede erfolgreiche Warnung erfolgt zwangsläufig in zwei Schritten: 1) Aufmerksamkeit erzeugen, 2) Warnhinweise durchgeben. Ohne Aufmerksamkeit nutzen Rundfunkdurchsagen gar nichts. Einzig Sirenen bieten nämlich den sog. „Aufweckeffekt“, d.h. sie erzeugen Aufmerksamkeit zu jeder beliebigen Zeit, auch dann, wenn man die Leute anders nicht erreichen kann, z.B. nachts. Weitsichtig war der Abbau der Sirenen rückblickend eher nicht gewesen. Zwar behielten einige durch benachbarte Störfallbetriebe besonders gefährdete Gebiete ihre Sirenen, aber von einer flächendeckenden Warnmöglichkeit konnte keine Rede mehr sein. Mit den Hochwassern um die Jahre 2000-2002 herum fiel den Verantwortlichen erstmals wieder verstärkt auf, daß sie nachts keine Möglichkeit hatten, Aufmerksamkeit zu erzeugen und auf die drohende Gefahr hinzuweisen. Es folgten viele Überlegungen, wie man diesen Aufweckeffekt wieder erzielen könnte. Unter anderem an UKW-Radios mit ferngesteuerter Einschaltung und der Einführung einer Rauchmelderpflicht mit externer Alarm-Fernauslösemöglichkeit wurde herumüberlegt, letztlich aber kam aus praktischen Erwägungen beides nicht. Diesen Beitrag weiterlesen »

Mit dem 1. Dezember 2017 hat unsere Integrierte Leitstelle in Augsburg die geänderte Alarmierungsplanung übernommen. Der Grund für die Änderung sind die in der Alarmierungsbekanntmachung neu vorgegebenen Planungsgrundlagen. Die größten Änderungen gab es bei den für die unterschiedlichen Stichworte angesetzten Wassermengen, die mit den Löschfahrzeugen mitkommen. Diese wurden nämlich bei den kleinen Stichworten B2 und B3 durch die Bank erhöht, was maßgebliche Auswirkungen auf zukünftige Alarmierungen bei Bränden bringen wird.

Stichwort Vorgabe bisher Änderung
B1 1 Gruppe, 400 l Löschwasser Keine Änderung.
B2 1 Gruppe, 4 PA, 600 l Löschwasser 1000 l Löschwasser
B2 Person 1 Gruppe, 4 PA, 800 l Löschwasser 1000 l Löschwasser
B3 2 Gruppen, 8 PA,
1200 l Löschwasser, 1 DL
1600 l Löschwasser
B3 Person 2 Gruppen, 8 PA,
1200 l Löschwasser, 1 DL
1600 l Löschwasser
B4 4 Gruppen, 12 PA,
3600 l Löschwasser, 1 DL
Keine Änderung.
B5 6 Gruppen, 16 PA,
4200 l Löschwasser, 1 DL
8 Gruppen, 28 PA,
7200 l Löschwasser, 2 DL
B6 8 Gruppen, 20 PA,
4800 l Löschwasser, 1 DL
16 Gruppen, 56 PA,
14.400 l Löschwasser, 2 DL

Bekanntlich verfügt die Bächinger Feuerwehr über ein Löschgruppenfahrzeug LF 8/6, das 600 l Wasser mitführt. Das hatte nach der bisherigen Planung noch für die kleinen Stichworte B1 und B2 ausgereicht. Erst bei B2 Person und B3 wurde die nächste Feuerwehr mit einem wasserführenden Fahrzeug hinzualarmiert, bei uns i.d.R. die Feuerwehr Obermedlingen mit ihrem LF 10/6 und 800 l Wasser.

Ab B3 ist das nach der neuen Vorgabe nicht mehr zu halten, weil beide Fahrzeuge zusammen nur 1400 l Wasser mitbringen und somit noch 200 l fehlen. Ab sofort wird also für die fehlende Wassermenge das nächste wasserführende Fahrzeug alarmiert, das i.d.R. eines der Feuerwehr Gundelfingen sein wird, und zwar bereits ab dem Garagen- oder Zimmerbrand, Stichwort B3.

Um 17:11 Uhr alarmierte die Leitstelle die Feuerwehr Bächingen zu einem Baum, der über dem Radweg Richtung Gundelfingen liege. Mit der Alarmierung erschien der örtliche Gemeindearbeiter am Feuerwehrhaus und teilte mit, er habe gerade eben einen Baum vom Radweg, kurz vor der Kläranlage, entfernt. Wie sich herausstellte, hatten offenbar mehrere Passanten, die es nach dem stürmischen und verregneten Herbsttag an die frische Luft zog, bei unterschiedlichen Stellen angerufen. Der erste informierte den Bürgermeister, der den Gemeindearbeiter ins Bild setzte, der kurz darauf den Baum beiseiteräumte. Inzwischen ging offenbar der Anruf eines weiteren Passanten bei der Leitstelle ein, der dem mittlerweile geräumten Baum galt. So kam es zur Alarmierung. Die Sache konnte dann kurz und knapp abgehandelt werden.