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Dekon-StelleDer Begriff “Dorffeuerwehr” ist ein Reizwort, weil es meist etwas herablassend benutzt wird: “Was braucht oosr Dorffeuerwehr soo a grooaß Auudo?“, “Laß die Dorffeuerwehr wurschtla, mir bauat getrennt auf” oder “Was erwartsch von ra Dorffeuerwehr?“.
Das ist die zentrale Frage oder nicht? Was kann man von einer Dorffeuerwehr erwarten, was muß sie können? Bis vor zehn Jahren definierte sich das Können einer kleineren Feuerwehr meist über die Leistungsprüfung Löscheinsatz. Aber mit “vier Saugschleich” ist es schon lange nicht mehr getan. Brände sind schon lange nicht mehr das Hauptgeschäft. Will man die Frage also beantworten, muß man die Aufgabenstellung betrachten, die im Einsatz auf die Feuerwehr zukommen kann. Diese bemißt sich nach den in der Umgebung vorhandenen Gefahren, und da gibt es oft mehr als man denkt.

An stetigen Gefahren im eigenen Ort haben sich in den letzten Jahren einige schwere Verkehrsunfälle im Gedächtnis eingebrannt. Das früher eher stiefmütterlich behandelte Thema (“wir haben doch keine großen Straßen…”) wurde daraufhin in größerem Umfang ins Ausbildungsprogramm genommen, um mit unseren Mitteln bestmögliche Vorarbeit leisten zu können. Es ist nämlich bei weitem nicht so, daß eine Dorffeuerwehr in einem solchen Fall nichts machen kann.

Mit Schule und Kindergarten im Ortsgebiet ergibt sich als weiteres Betätigungsfeld im Rahmen der Vorbeugung die Brandschutzerziehung bzw. die Sensibilisierung der Lehrer und Erzieher auf die örtlichen Gegebenheiten.

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Bayerisches Staatswappen, Quelle: WikipediaDie Integrierten Leitstellen Bayerns machen Landkreisgrenzen irrelevant – Hilfe kommt immer dort her, wo sie am schnellsten zu holen ist. Das gilt überall in Bayern, sogar mit Österreich funktioniert die gegenseitige Hilfeleistung problemlos, wie man in der Lehrleitstelle Geretsried erfahren konnte. Werden österreichische Einheiten zu einem Einsatz in Deutschland gerufen, schalten sie vor dem Grenzübergang Sondersignal ein, und die Schranke geht hoch. Auf der Rückfahrt bleibt die Schranke erst mal zu – die Grenzer möchten ja auch wissen, was los war :-)

Schnelle Hilfe ist die beste Hilfe. Das ist doch ein schöner Beweis für die europäische Zusammenarbeit. Also alles Friede, Freude, Eierkuchen? Mitnichten. Denn das, was zwischen Bayern und Österreich funktioniert, klappt bei uns mit Baden-Württemberg nicht. Und das ist immerhin ein deutsches Bundesland. Wie kann das sein? Was dahintersteckt, wissen wir auch nicht ganz genau. Fakt ist, daß unsere württembergischen Nachbarfeuerwehren bei der Alarmplanung für die ILS Augsburg damals gar nicht mehr vorgesehen waren. Vorher wurde bei den größten Alarmstufen immer auch unsere Nachbarfeuerwehr Sontheim mit alarmiert. Auf Nachfrage, warum das nicht mehr so sein sollte, hieß es, es komme dafür ja Hilfe aus angrenzenden bayerischen Landkreisen. Wer sich aber mal die Lage Bächingens auf der Landeskarte anschaut, stellt fest, daß andere bayerische Landkreise ganz schön weit weg sind. Wir sind das Ende der bayerischen Welt. Diesen Beitrag weiterlesen »

Am Freitag, 25.11.2011 wird die neue Leitstelle Donau-Iller (Standort Krumbach) offiziell eingeweiht. Vorab gab es aber anscheinend kürzlich einigen Wirbel um einen Zimmerbrand, wie dieser Zeitungsartikel darlegt. Gleich vorweg: die Leitstelle alarmiert genau das, was die vom Landkreis ausgearbeitete Planung für den gemeldeten Fall vorsieht. Auch bei uns gab es zum Betriebsbeginn der Leitstelle Augsburg ähnliche Fälle, wo sehr umfangreich alarmiert wurde. Zwischenzeitlich hat sich das eingespielt, was sicherlich auch im Bereich Donau-Iller geschehen wird. Also immer ruhig bleiben.

Wie im Artikel richtig dargestellt, werden nicht mehr wie früher Feuerwehren, sondern gezielt Einsatzmittel alarmiert – Personal, Wasser, Atemschutzgeräte, Sondergerät. Bei kleinen Feuerwehren mit z.B. nur einem Löschfahrzeug fällt das nicht sonderlich ins Gewicht, bei Alarm wird ausgerückt. Von einer großen Feuerwehr sollte aber nur das ausrücken, was auch laut Planung alarmiert wurde. Das kann sogar ein einzelnes Gerät sein, wie etwa die Wärmebildkamera. Diese muß natürlich mit einem Fahrzeug und einer Besatzung an die Einsatzstelle gebracht werden, aber das Ausrücken mehrerer Fahrzeuge ist in diesem Fall nicht gefordert. In diesem Zusammenhang müssen auch die Alarmierungskreise der größeren Feuerwehren darauf abgestimmt werden, damit die Alarmierung angepaßt erfolgen kann. Diesen Beitrag weiterlesen »

Wie die Donauzeitung in diesem Artikel berichtet, sind für den Landkreis Dillingen insgesamt zehn Basisstationen für den zukünftigen digitalen BOS-Funk geplant. Die uns am nächsten liegende Station soll wohl beim Gundelfinger Ziegelwerk aufgebaut werden.

Das sieht auf der Karte nicht schlecht aus, besonders wir an der Kreisgrenze haben auch im angrenzenden Landkreis Heidenheim engmaschig Basisstationen um uns herum. Da sind wir in Zukunft wesentlich besser angebunden als jetzt mit der Relaisstelle Holzheim, die den ganzen Landkreis mit unserem analogen 4m-Betriebskanal versorgen muß. Wir haben etwa 16 km Luftlinie bis dahin. Kein Problem, da keine nennenswerten Hindernisse dazwischen liegen. Wenn man aber mal im hügeligen Gelände bei Bissingen unterwegs ist, 26 km Luftlinie bis Holzheim, sieht es schon anders aus. Hier ist in Zukunft eine wesentliche Verbesserung der Funkversorgung zu erwarten.

Im letzten Abschnitt des Artikels kommt man auf die bestehenden Funknetze zu sprechen, und wie veraltet und anfällig sie doch seien. Dazu muß man wahrheitsgemäß bemerken: selbst schuld. Der Landkreis hat es in den 90er Jahren unterlassen, das RS1-Relais durch ein vernünftiges Gleichwellensystem zu ersetzen, weil bereits damals der Digitalfunk angekündigt wurde. Diese, vermeintlich kurzlebige Investition wollte man sich sparen. Ich behaupte, das hätte sich in der Zwischenzeit in wesentlich besseren Funkverbindungen und mit weniger Störgeräuschen von anderen Kreisen (“Hier Florian Welzheim 1/00, kommen”) bezahlt gemacht.

Die Störgeräusche hätte man übrigens auch auf anderem Wege verläßlich ausblenden können, wären die Technischen Richtlinien (TR-BOS) bei Zeiten modernisiert worden. Diesen Beitrag weiterlesen »

Nagel im Stiefel.

Nagel im Stiefel.

Im Rahmen des Grundlehrgangs werden die Ausbilder in den Unterrichten nicht müde zu erklären, daß man sich zu seinem eigenen Wohl an die Unfallverhütungsvorschriften zu halten hat. Im nicht gesicherten Verkehrsraum ist eine zugelassene Warnkleidung zu tragen. Bei Arbeiten, bei denen einem Dinge auf den Kopf fallen können, hat man einen Helm aufzusetzen. Wenn die Gefahr besteht, daß man sich die Finger verletzen könnte sind geeignete Handschuhe Pflicht. Das sind nur einige kleine Beispiele, die dem gesunden Menschenverstand entsprechen und jedem einleuchten sollten. Man schützt sein höchstes Gut, nämlich seine eigene Gesundheit, mit geeigneten Maßnahmen vor Schäden.

Vermeidbare Schäden
Unangenehm wird es, wenn ein vermeidbarer Schaden eintritt: Während eines Lehrgangs vor ein paar Jahren wurde ein Beleuchtungsstativ aufgestellt und etwa auf drei Meter Höhe ausgefahren. Leider war die Schraube nicht fest genug angezogen, das Stativ kam mit Schwung wieder herunter und traf einen jungen Feuerwehrmann am Kopf. Er hatte keinen Helm auf. Das Ergebnis war zum Glück “nur” eine stark blutende Platzwunde, die versorgt werden mußte.

Nun stellen Sie sich vor, Sie wären als Führungsdienstgrad für eine große Anzahl Personen verantwortlich, etwa als Kommandant für eine ganze Feuerwehr. Sie kommen zu einer Ausbildungsveranstaltung hinzu, bei der z.B. gerade eine vierteilige Steckleiter aufgerichtet wird. Es ist bestes Wetter und die Feuerwehrleute haben offensichtlich eine Anzugserleichterung vorgenommen – ohne Jacke, ohne Helm. Sie haben nun zwei Möglichkeiten:

a) Großzügig darüber hinwegsehen, denn es sind weder Ihre Ausbilder noch Ihre Teilnehmer.
b) Sie weisen auf den fehlenden Helm hin, ggf. mit Nachdruck.

Was tun – Gedankenspiele
Keine Frage, mit Möglichkeit a) haben Sie i.d.R. die wenigsten Scherereien und machen sich nicht unbeliebt. Meistens passiert ja auch nichts. Viele junge Feuerwehrleute, die nur für sich selbst verantwortlich sind, werden das so sehen. Aber wie der Fall mit dem Stativ zeigt, gehen eben doch immer wieder Dinge folgenschwer schief. Spinnen wir das Beispiel weiter. Sie haben sich also für Möglichkeit a) entschieden und gehen an der Station vorbei. Beim Zurücknehmen der Leiter entgleitet sie der Kontrolle, drei Feuerwehrleute werden von der acht Meter langen Leiter am Kopf getroffen und müssen im Krankenhaus genäht werden. Das hätte wahrscheinlich vermieden werden können, wenn Sie vorher auf das Verwenden der Helme bestanden hätten. Ganz abgesehen von der folgenden Untersuchung des Unfallversicherungsträgers müssen Sie sich den Vorwurf Ihres Gewissens gefallen lassen, einen offensichtlichen Mangel nicht abgestellt zu haben, durch den in der Folge Personen verletzt wurden.

Ich habe mich unlängst für Variante b) entschieden. Jetzt hab ich zwar wieder meinen Ruf als überkorrekter Sicherheitsfanatiker weg, aber lieber das, als daß irgendjemandem etwas passiert, das mit vorhandenen einfachen Mitteln vermeidbar gewesen wäre. Gegen eine Anzugserleichterung ist im Ausbildungsbetrieb bei verschiedenen Tätigkeiten nichts einzuwenden, sie muß aber stets mit Augenmaß erfolgen.

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