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In der Sprechfunkausbildung hat der Blaulichtfunker mal folgendes gehört:

  • UKW-Funkwellen breiten sich aus wie das Licht. Stellen, die Sichtkontakt zueinander haben, sollten auch problemlos miteinander Funkbetrieb abwickleln können.
  • Mit den Handfunkgeräten der Blaulichtorganisationen seien in freiem Gelände ca. fünf bis zehn Kilometer Reichweite zu erzielen.
  • Die Antennenhöhe beeinflußt die Reichweite vor allen anderen technischen Faktoren wie Sendeleistung o.ä. Zum Anwendereinfluß auf die Reichweite siehe hier.
  • Gestreckte Antennen sind effektiver als Gummiwendelantennen.

Station MedlingenWeil oft darüber spekuliert wird, wie weit man denn jetzt unter guten Bedingungen tatsächlich mit Handfunkgeräten kommt, fand am Freitag, 26.05.2017, ein kleiner Feldversuch statt. Die beiden Bächinger Fahrzeuge schwärmten mit der Jugend und einem Korb voll Funkgeräte in verschiedenen Frequenzbändern aus zu zwei erhöhten Stellen im westlichen Landkreis Dillingen. Das LF 8/6 bezog Position am Hang nahe Obermedlingen, das TSF begab sich nach Holzheim auf den Berg zur Sebastianskapelle. Zwischen den beiden Punkten liegen etwa 17 km Luftlinie und keine Hindernisse.

Erprobt wurden folgende Geräte: Diesen Beitrag weiterlesen »

Funkgerät in der HandWer kennt sie nicht, die Klagen der Feuerwehrleute über den heute wieder fürchterlich rauschigen und abgehackten Funk? Bei der schnellen Überprüfung gilt der erste Blick dem Akku, der Kanal-, Verkehrsart- und Lautstärkeeinstellung. Paßt das alles, fällt vielen die Erklärung der schlechten Reichweite schwer. Schnell wird dann über das alte (wahlweise: neumodische) Glump geschimpft, das man doch als Handfunkgerät habe. Die Frage, die dem Beschwerdeführer hier aber gestellt werden muß, lautet: „wie hast du denn das Funkgerät getragen?“. Denn je nachdem, wo und wie das Funkgerät am Körper getragen wird, ergeben sich starke Einflüsse auf die Reichweite. Dabei ist es egal, ob es sich um analoge oder digitale Funkgeräte handelt.

Was steckt dahinter? Physik!
Im Sprechfunkerlehrgang hat man doch mal gehört, daß sich Funkwellen von der Antenne ausgehend mit annähernd Lichtgeschwindigkeit in alle Richtungen gleichmäßig ausbreiten. Das stimmt auch, aber nur, wenn keine Hindernisse im Weg sind, die Funkwellen ablenken oder absorbieren (man spricht hier von einer Dämpfung des Signals). Außerdem weiß man noch, doppelte Antennenhöhe bedeutet doppelte Reichweite.
In der Ebene sind mit den üblichen BOS-Handfunkgeräten ohne weiteres Reichweiten bis zu fünf Kilometer, teilweise auch mehr, möglich. Kommen aber nun Hindernisse zwischen Sender und Empfänger hinzu, die das Signal dämpfen, schrumpft die Reichweite u.U. beträchtlich. Solche Hindernisse können dichte Bebauung sein oder auch der Bewuchs mit größeren Pflanzen, wie Wald und Maisfelder. In besonderer Weise spielt aber der menschliche Körper hier eine entscheidende Rolle, denn er dämpft das Signal oft bereits an der Quelle – der Antenne. Immer dann, wenn die Antennen von Sender und Empfänger möglichst hoch und frei stehen, ergeben sich die besten Reichweiten. Je näher die Antenne am Körper getragen wird, desto größer ist die Dämpfung des Funksignals und damit der Reichweitenverlust. Diesen Beitrag weiterlesen »

Fertig.Bei den letzten Probealarmen hatte die Sirene auf dem Rathaus sich als sehr unzuverlässig herausgestellt. Da die Technik des Sirenensteuerempfängers so alt nicht war, lag der Verdacht eines schlechten Funkempfangs nahe. Die Sirenensteuerempfänger hören ständig auf dem Betriebskanal der Feuerwehren im Landkreis mit und setzen die Sirene in Betrieb, wenn ihre Ruftonkombination empfangen wird. Ist das empfangene Signal zu schlecht, kann der Empfänger nichts auswerten. Die Antenne hing bisher im Dachspitz des Rathauses. Bei der Überprüfung mit einem geeigneten Handfunkgerät stellte sich schnell heraus, daß der Empfang des Landkreiskanals derart schlecht war, daß man sogar die Rauschsperre öffnen mußte um überhaupt etwas zu hören. Mitverantwortlich für diesen schlechten Empfang dürften sicherlich auch die innen metallisierten Dämmatten sein, die im Dachspitz verlegt sind. Die Antenne mußte also raus aus diesem Raum.

Da bot sich die alte Antennenanlage der ehemaligen Wohnung an, die sich schon lange nicht mehr in Betrieb befand. In einer vierstündigen Aktion am Samstag bauten wir die alten Antennen ab und montierten am bestehenden Mast die Empfangsantenne für den Steuerempfänger. Zwischen Empfänger und Antenne wurde außerdem eine neue Kabelverbindung geschaffen. Beim neuerlichen Versuch mit dem Handfunkgerät war eine glasklare Verständigung mit der Leitstelle möglich. So gehört sich das.
Bei dieser Gelegenheit ersetzten wir gleich noch die zwei alten gebrochenen Dachplatten um den Antennenmast durch passend zugeschnittene, nicht daß es da noch reingegnet.

Digitales HandfunkgerätNachdem die Berufsfeuerwehr mit Integrierter Leitstelle und die Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Augsburg vom 01.05. – 30.06.2015 den Digitalfunk im Einsatzalltag verwendet und erprobt haben, stellten zum 01.07.2015 nun die Feuerwehren des Landkreises Augsburg um. Mit dem Begriff „Umstellung“ ist hier gemeint, sie verwenden für den Fahrzeug- und Leitstellenfunk statt des bisherigen analogen 4m-Bandes ab sofort den Netzbetrieb des digitalen BOS-Funks. Da somit der erste Landkreis des Leitstellenbereiches zum frühestmöglichen Termin umgestellt hat, können wir daraus schließen, daß keine nennenswerten Probleme während der Probephase in der Stadt aufgetreten sind.

Was ändert sich?

  • Statusmeldungen per Tastendruck
    Die bisher bei vielen Feuerwehren noch mündlich durchgegebenen Statusmeldungen an die Leitstelle (z.B. „ausgerückt“, „an der Einsatzstelle“ u.ä.) können nun von den Fahrzeugfunkgeräten per Knopfdruck auf die entsprechende Zifferntaste abgesetzt werden. Im Leitstellensystem ändert sich der Status des jeweiligen Fahrzeuges ohne manuelles Eingreifen des Disponenten. Die zeitgemäße Protokollierung und Beweisführung ist somit gewährleistet. Diese Funktion gab es auch in der analogen Welt in Form des FMS (Funkmeldesystem), das aber nicht überall verbreitet war, besonders nicht bei kleineren Feuerwehren mit wenigen Einsätzen.
  • Taktische Kennungen der Funkrufnamen
    Mit der Umstellung des Fahrzeug- und Leitstellenfunks wird im jeweiligen Landkreis auch die neue Funkrufnamenregelung und damit die Änderung der taktischen Kennungen umgesetzt, die vom Bay. Staatsministerium des Inneren Ende 2014 veröffentlicht wurde.
  • Vereinheitlichung im Einsatzstellenfunk
    Mit dem digitalen Direktbetrieb kommt im Einsatzstellenfunk eine große Vereinheitlichung. Fand man bei gemeinsamen Einsätzen mehrerer Feuerwehren bisher ein wildes Konglomerat an 2m-Band-Funkgeräten vor, die teilweise nur einen einzigen Kanal schalten konnten, sind nun bei den neu beschafften Funkgeräten alle zugewiesenen Sprechgruppen einheitlich verfügbar. Organisatorische Probleme wie „unsere Funkgeräte können aber nur auf Kanal 55 funken“ gehören damit der Vergangenheit an.
  • Gedenksekunde bei der Gesprächseröffnung
    Die digitale Übertragung mit der Verschlüsselung bringt es mit sich, daß nach dem Drücken der Sprechtaste doch  merklich Zeit verstreicht (ca. eine Sekunde), bis das Funkgerät tatsächlich auf Sendung geht. Die Umgewöhnung im Sprechverhalten, zuerst auf den Signalton des Funkgerätes zu warten, dürfte etwas dauern.
  • Kein kleiner Dienstweg mehr zur Polizei
    Brauchte man seither etwas auf die Schnelle von der Polizei, konnte man einfach deren 4m-Kanal einstellen und anfragen. Das geht nun nicht mehr, weil die digitalen Funkgeräte von Polizei und Hilfsorganisationen unterschiedliche netzgestützte Sprechgruppen programmiert haben. Es gibt zwar eine Zusammenarbeitsgruppe (eine für den ganzen Leitstellenbereich!), aber ob die ständig mitgehört werden wird, auf die Möglichkeit hin, daß sich mal wer meldet? Unwahrscheinlich. Bleibt nur das Stille-Post-Spiel über Leitstelle und Einsatzzentrale. Hoch lebe der Dienstweg…

In unserem Landkreis bauen derzeit viele Feuerwehren die digitalen Mobilfunkgeräte in ihre Fahrzeuge ein, auch bei unserer Hauptstadtfeuerwehr Dillingen steht in diesen Tagen der Werkstattwagen des Funktechnikers vor dem Haus. Der Umstellungstermin für unseren Landkreis soll nach den letzten Informationen 2016 kommen.
Da in Baden-Württemberg trotz seit Jahren bestehendem digitalem Funknetz für die Feuerwehren noch keinerlei Fortschritt in der Digitalfunksache ruchbar ist, werden die bayerischen Feuerwehren an der Landesgrenze und die überörtlichen Einheiten weiter entfernter Feuerwehren in absehbarer Zeit nicht auf ihre analogen Funkgeräte verzichten können. Die Zusammenarbeit muß weiterhin möglich sein.

Am gestrigen Mittwoch, 18.06.2014, gab es in Bächingen eine Premiere: es wurde das erste digital übertragene Funkgespräch einer BOS-Organisation geführt.
Diese Woche war interessant, es ging es Schlag auf Schlag. Am Montag, 16.06. startete in unserem Netzabschnitt Schwaben-Nord der erweiterte Probebetrieb, mit dem die sichtbare Einführung des neuen digitalen Funknetzes für die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) beginnt. Am Dienstag ging die Lieferung der ersten drei Handfunkgeräte für unsere Feuerwehr ein und am Mittwoch erhielt der Großteil der Feuerwehren im Landkreis die bestellten Sicherheitskarten ausgehändigt, ohne die die digitalen Funkgeräte nur nutzlose Elektronik darstellen.

Nach dem Zusammenführen von Gerät und Karte ist der Direktbetrieb (DMO) möglich, also das Funken von einem Gerät zum anderen, ohne das bereits bestehende Funknetz zu nutzen. Die Berechtigung zum Netzbetrieb (TMO) wurde vom Kommandanten bei der zuständigen Stelle beantragt und wird voraussichtlich zum Beginn nächster Woche erteilt werden. Ab diesem Zeitpunkt wird mit den Funkgeräten der Betrieb im neuen Funknetz möglich sein.

Das heißt aber nicht, daß ab sofort bei jeder beliebigen Gelegenheit digital gefunkt werden darf. Im Probebetrieb finden verschiedene Tests und Messungen statt, die bei laufendem Funkbetrieb beeinträchtigt werden können. Ausbildungsmaßnahmen im Netzbetrieb müssen deshalb in der Zeit vom 14.07. – 29.08.2014 grundsätzlich mit der für den Probebetrieb zuständigen Arbeitsgruppe 6 abgestimmt werden. Voraussichtlich ab Anfang September dürfen die Funker dann übungshalber in eigener Regie voll loslegen. Wann der Übergang zum Regelbetrieb sein wird, hängt in erster Linie davon ab, wann die Integrierte Leitstelle Augsburg ihre Rolle auch in der digitalen Funkwelt spielen kann. Das dürfte 2015 der Fall sein.