Artikel-Schlagworte: „BOS-Funk“
Manche Dinge sind für uns so normal, daß wir kaum je einen Gedanken daran verschwenden. Eine ständig verfügbare und zuverlässige Stromversorgung gehört in diese Kategorie. Was verbinden Sie mit dem Stichwort Stromausfall? Auch in Bächingen gab es das in den letzten Jahren immer wieder einmal. Ein Teil des Orts ist für einige Stunden dunkel. Zwar eine lästige Sache, allerdings nicht weiter tragisch. Aber einen so richtig langen und großflächigen Stromausfall gab es bei uns, soweit ich zurückdenken kann, nicht. Sie erinnern sich aber sicherlich noch an den Winter 2005, als im Münsterland für sieben Tage großflächig der Strom ausfiel, u.a. deshalb, weil Hochspannungsleitungen (mechanisch) zusammengebrochen waren. Betrachten wir doch einmal die Auswirkungen bei einer solchen Lage, speziell auch auf die Hilfsorganisationen.
Auswirkungen auf den einzelnen Haushalt
- Zunächst Akkubetrieb, schließlich Ausfall medizinischer Geräte bei pflegebedürftigen Personen.
- Ausfall von Wasser- und Abwasserversorgung.
- Ausfall der Zentralheizung.
- Kühlschrank und Gefriertruhe tauen auf, fast alle Elektrogeräte nutzlos.
- Ausfall netzbetriebener Rundfunkgeräte.
- Ausfall aller modernen Telefone und Telefonanlagen, die eine externe Stromversorgung benötigen.
Auswirkungen auf das öffentliche Leben Diesen Beitrag weiterlesen »
Wie die Donauzeitung in diesem Artikel berichtet, sind für den Landkreis Dillingen insgesamt zehn Basisstationen für den zukünftigen digitalen BOS-Funk geplant. Die uns am nächsten liegende Station soll wohl beim Gundelfinger Ziegelwerk aufgebaut werden.
Das sieht auf der Karte nicht schlecht aus, besonders wir an der Kreisgrenze haben auch im angrenzenden Landkreis Heidenheim engmaschig Basisstationen um uns herum. Da sind wir in Zukunft wesentlich besser angebunden als jetzt mit der Relaisstelle Holzheim, die den ganzen Landkreis mit unserem analogen 4m-Betriebskanal versorgen muß. Wir haben etwa 16 km Luftlinie bis dahin. Kein Problem, da keine nennenswerten Hindernisse dazwischen liegen. Wenn man aber mal im hügeligen Gelände bei Bissingen unterwegs ist, 26 km Luftlinie bis Holzheim, sieht es schon anders aus. Hier ist in Zukunft eine wesentliche Verbesserung der Funkversorgung zu erwarten.
Im letzten Abschnitt des Artikels kommt man auf die bestehenden Funknetze zu sprechen, und wie veraltet und anfällig sie doch seien. Dazu muß man wahrheitsgemäß bemerken: selbst schuld. Der Landkreis hat es in den 90er Jahren unterlassen, das RS1-Relais durch ein vernünftiges Gleichwellensystem zu ersetzen, weil bereits damals der Digitalfunk angekündigt wurde. Diese, vermeintlich kurzlebige Investition wollte man sich sparen. Ich behaupte, das hätte sich in der Zwischenzeit in wesentlich besseren Funkverbindungen und mit weniger Störgeräuschen von anderen Kreisen (“Hier Florian Welzheim 1/00, kommen”) bezahlt gemacht.
Die Störgeräusche hätte man übrigens auch auf anderem Wege verläßlich ausblenden können, wären die Technischen Richtlinien (TR-BOS) bei Zeiten modernisiert worden. Diesen Beitrag weiterlesen »
Heute wurde mir die Frage gestellt “warum wird bei uns denn über die Sirene alarmiert, wo es doch auch einige andere Möglichkeiten, z.B. über Handy, gibt?”. Das dürfte sicherlich noch mehr Leute interessieren, darum erkläre ich es in diesem Artikel.
Wie für alles in Deutschland, gibt es auch für die Alarmierung der bayerischen Feuerwehren eine verbindliche Regelung. In diesem speziellen Fall ist das die “Alarmierungsbekanntmachung im Brand- und Katastrophenschutz” vom 12.12.2005. Dort findet man unter Punkt 3.2 (Alarmierungsmittel) folgende Festlegung: “Die ILS nutzen zur Alarmierung die Funkeinrichtungen der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS). [...] Eine von dieser Regelung abweichende drahtgebundene Alarmierung ist mit Zustimmung [...] zulässig, sofern sie den Erfordernissen einer sicheren und unverzüglichen Alarmierung genügt.”. Diesen Beitrag weiterlesen »
Am Montag, 27.09., machten die Möglichkeiten der Sprechfunktaktik bei den Feuerwehren der Verwaltungsgemeinschaft Gundelfingen einen Schritt nach vorne. Alle Feuerwehren können nun wenigstens den zugewiesenen Ausweichkanal zusätzlich zum vorgegebenen Arbeitskanal schalten. So sind jetzt die technischen Möglichkeiten geschaffen, den Funkverkehr an größeren Einsatzstellen endlich wirksam entzerren zu können. Nach teilweise langwierigen Überlegungen, ob die Investitionen wegen dem (seit 10 Jahren) angekündigten Digitalfunk der BOS noch zu vertreten sind, wurde hierüber positiv entschieden. Der Funkverkehr an der Einsatzstelle wird nach offiziellen Verlautbarungen aller Voraussicht nach noch einige Zeit so bleiben wie er ist.
Bisherige Situation
Lange Jahrzehnte hatten die Freiwilligen Feuerwehren Bayerns lediglich einen Kanal (genauer gesagt eine einzige Frequenz, nämlich die Unterbandfrequenz des Kanals 55) auf ihren Handfunkgeräten zur Verständigung zur Verfügung. Das wurde lange Zeit als ausreichend betrachtet; es gab sogar eine Anweisung bei der Beschaffung von Neugeräten, die folgendes vorschrieb: „2m-Handfunkgeräte der FFW Bayerns sind ausschließlich mit dem Kanal 55 WU zu bequarzen“ (liegt dem Verfasser schriftlich vor). Oft wurden überhaupt nur zwei oder drei Handfunkgeräte auf einem Fahrzeug mitgeführt. In den Vor-Atemschutzzeiten war das auch meistens ausreichend.
Dank unserer Lage an der Landesgrenze konnten wir immer schon einen Blick über den bayerischen Tellerrand hinaus werfen. Unseren württembergischen Kollegen war diese hausgemachte Beschränkung nicht auferlegt. Bundesweit haben die Feuerwehren nämlich vier Kanäle des 2m-Bandes zur Verwendung zugewiesen bekommen, das wären 50, 53, 55 und 56. Da ein Kanal aus zwei Einzelfrequenzen besteht, einer Unterbandfrequenz und einer Oberbandfrequenz, stehen so insgesamt acht Wechselsprechfrequenzen zur Verfügung, d.h. es könnten damit an der Einsatzstelle acht unabhängige Gesprächskreise gebildet werden. Als Beispiel hatten unsere württembergischen Kollegen bereits seit jeher Funkgeräte zur Verfügung, bei denen die Unterbandfrequenzen der genannten Kanäle verfügbar waren *. Sie konnten also schon immer ihren Funkverkehr an der Einsatzstelle auf max. vier Gesprächskreise aufteilen, was – richtig eingesetzt – taktische Vorteile bringt.
Heute ist mir beim Aufräumen das links abgebildete Heftlein in die Hände gefallen. Es dürfte etwa um 1978 datieren und führt alle Feuerwehrfahrzeuge auf, die im Landkreis Dillingen damals ein eingebautes Sprechfunkgerät hatten. Heute ist es eine Selbstverständlichkeit, daß jedes Feuerwehrfahrzeug über Funk erreichbar ist. Damals war das noch die Ausnahme. Wenn man sich die Ortsnamen so durchliest, stellt man fest, daß hauptsächlich die größeren Feuerwehren vertreten sind. Eines sticht dabei besonders heraus: das Bächinger TSF als kleinstes genanntes Löschfahrzeug! Auch bei den Handfunkgeräten werden die Bächinger schon genannt.
Man kann es sich heute gar nicht mehr vorstellen, wie es vor der flächendeckenden Einführung der Funkgeräte bei der Feuerwehr war. Alarmiert wurde damals wie heute über die Sirene. Die Feuerwehrleute eilten von ihrer Arbeit zum Gerätehaus und schalteten den Funkempfänger ein. Den gab es seit der Landkreis auf Funkalarmierung umgestellt hatte, etwa 1975. Mit ihm konnte man den Betriebskanal des Landkreises empfangen und die Alarmmeldung der Polizei hören. So wußte man, wo der Einsatz stattfand. Die Möglichkeit einer Rückmeldung hatte nur die Feuerwehr, die ein Telefon in ihrem Gerätehaus ihr Eigen nennen konnte. Das ist in Bächingen bis heute nicht der Fall. War die Feuerwehr dann (ohne Funk) auf dem Weg zur Einsatzstelle, gab es keine Möglichkeit der Verständigung mehr. Wenn die Örtlichkeit zunächst falsch gemeldet wurde, begann die große Sucherei.
Das alles zeigt, daß die damalige Feuerwehrführung die Zeichen der Zeit erkannt und richtig gehandelt hatte. Das TSF wurde 1971 angeschafft, noch ohne Funkausrüstung. 1976 kaufte die Feuerwehr Bächingen dann zwei Handfunkgeräte FuG 10 für den Funkverkehr an der Einsatzstelle, 1977 kam das Fahrzeugfunkgerät FuG 7b im TSF hinzu, womit es erstmals landkreisweit erreichbar war. Die Steigerung des Einsatzwertes war beachtlich, konnte man doch jetzt die Feuerwehr auch unterwegs erreichen und aktuelle Meldungen und Aufträge weitergeben. Andererseits mußte man sehr viel Geld hinlegen, um eine BOS-Funkausrüstung zu bekommen: 3896,76 DM für beide Handfunkgeräte mit Zubehör, und um die 9000 DM für die Fahrzeugfunkanlage. Zum Vergleich, das ganze TSF kostete 1971 etwa 17.000 DM.
Einige interessante Schriftstücke aus dieser Zeit finden Sie hier:



