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Mit dem 1. Dezember 2017 hat unsere Integrierte Leitstelle in Augsburg die geänderte Alarmierungsplanung übernommen. Der Grund für die Änderung sind die in der Alarmierungsbekanntmachung neu vorgegebenen Planungsgrundlagen. Die größten Änderungen gab es bei den für die unterschiedlichen Stichworte angesetzten Wassermengen, die mit den Löschfahrzeugen mitkommen. Diese wurden nämlich bei den kleinen Stichworten B2 und B3 durch die Bank erhöht, was maßgebliche Auswirkungen auf zukünftige Alarmierungen bei Bränden bringen wird.

Stichwort Vorgabe bisher Änderung
B1 1 Gruppe, 400 l Löschwasser Keine Änderung.
B2 1 Gruppe, 4 PA, 600 l Löschwasser 1000 l Löschwasser
B2 Person 1 Gruppe, 4 PA, 800 l Löschwasser 1000 l Löschwasser
B3 2 Gruppen, 8 PA,
1200 l Löschwasser, 1 DL
1600 l Löschwasser
B3 Person 2 Gruppen, 8 PA,
1200 l Löschwasser, 1 DL
1600 l Löschwasser
B4 4 Gruppen, 12 PA,
3600 l Löschwasser, 1 DL
Keine Änderung.
B5 6 Gruppen, 16 PA,
4200 l Löschwasser, 1 DL
8 Gruppen, 28 PA,
7200 l Löschwasser, 2 DL
B6 8 Gruppen, 20 PA,
4800 l Löschwasser, 1 DL
16 Gruppen, 56 PA,
14.400 l Löschwasser, 2 DL

Bekanntlich verfügt die Bächinger Feuerwehr über ein Löschgruppenfahrzeug LF 8/6, das 600 l Wasser mitführt. Das hatte nach der bisherigen Planung noch für die kleinen Stichworte B1 und B2 ausgereicht. Erst bei B2 Person und B3 wurde die nächste Feuerwehr mit einem wasserführenden Fahrzeug hinzualarmiert, bei uns i.d.R. die Feuerwehr Obermedlingen mit ihrem LF 10/6 und 800 l Wasser.

Ab B3 ist das nach der neuen Vorgabe nicht mehr zu halten, weil beide Fahrzeuge zusammen nur 1400 l Wasser mitbringen und somit noch 200 l fehlen. Ab sofort wird also für die fehlende Wassermenge das nächste wasserführende Fahrzeug alarmiert, das i.d.R. eines der Feuerwehr Gundelfingen sein wird, und zwar bereits ab dem Garagen- oder Zimmerbrand, Stichwort B3.

Zeichen des Zivilschutzes, gleichseitiges blaues Dreieck auf orangem Grund.

Seit Mitte der neunziger Jahre herrschte verbreitet die Meinung vor, nach dem Ende des Kalten Krieges wäre nun der ewigliche Friede ausgebrochen – wenigstens in Europa – und Bedrohungen gäbe es nur noch durch tragische Unglücke. Die bis dahin vorhandenen Zivilschutzeinrichtungen, beispielhaft genannt seien das bundesweite Warnsirenennetz mit seinen Warnämtern, die Vorratslager für Nahrungs- und Verbrauchsmittel und die Schutzräume, wurden nach und nach verbreitet abgebaut, aufgelöst, nicht mehr gewartet und teilweise dem Verfall anheimgegeben.

Inzwischen hat sich jedoch offenbar die Sicht auf diese Dinge bei den Verantwortlichen geändert. Das neue Zivilschutzkonzept war in den letzten Tagen in allen Medien. Es soll für die Zukunft die Grundlage darstellen, um auf äußere und innere Bedrohungen reagieren zu können. Zwar rechnen die Verfasser in der nächsten Zeit nicht mit einem klassischen militärischen Angriff auf Deutschland, heben aber die Gefahr der sog. „hybriden Kriegsführung“, deren Ziel es nicht zuletzt ist, Minderheiten zu mobilisieren, aufzuhetzen, und so Unruhe im Volk zu schüren, Angriffe auf kritische Infrastrukturen (u.a. Wasser-, Nahrungsmittel-, Energie-, Kraftstoffversorgung, Fernmeldewesen) sowie Terrorangriffe heraus.

Neben verschiedenen weiteren Vorhaben, wie z.B. auch die (erneute) Schaffung eines bundesweiten Warnsystems, sollen die Bürger selbst mit Vorräten vorsorgen, um im Ereignisfalle die Zeit bis zum Greifen von gelenkten Gegenmaßnahmen und Unterstützung zu überstehen. Diese Forderung war nie weg, jedoch wird ihr jetzt wieder neue Aufmerksamkeit zuteil. Aus Sicht der Hilfsorganisationen ist diese Selbstvorsorge sehr zu begrüßen, denn wer selbst vorgesorgt hat, braucht erst einmal keine externe Hilfe. So werden Kapazitäten für die akute Gefahrenabwehr freigehalten. In diesem Sinne: Tu selber was!

 

Fertig.Bei den letzten Probealarmen hatte die Sirene auf dem Rathaus sich als sehr unzuverlässig herausgestellt. Da die Technik des Sirenensteuerempfängers so alt nicht war, lag der Verdacht eines schlechten Funkempfangs nahe. Die Sirenensteuerempfänger hören ständig auf dem Betriebskanal der Feuerwehren im Landkreis mit und setzen die Sirene in Betrieb, wenn ihre Ruftonkombination empfangen wird. Ist das empfangene Signal zu schlecht, kann der Empfänger nichts auswerten. Die Antenne hing bisher im Dachspitz des Rathauses. Bei der Überprüfung mit einem geeigneten Handfunkgerät stellte sich schnell heraus, daß der Empfang des Landkreiskanals derart schlecht war, daß man sogar die Rauschsperre öffnen mußte um überhaupt etwas zu hören. Mitverantwortlich für diesen schlechten Empfang dürften sicherlich auch die innen metallisierten Dämmatten sein, die im Dachspitz verlegt sind. Die Antenne mußte also raus aus diesem Raum.

Da bot sich die alte Antennenanlage der ehemaligen Wohnung an, die sich schon lange nicht mehr in Betrieb befand. In einer vierstündigen Aktion am Samstag bauten wir die alten Antennen ab und montierten am bestehenden Mast die Empfangsantenne für den Steuerempfänger. Zwischen Empfänger und Antenne wurde außerdem eine neue Kabelverbindung geschaffen. Beim neuerlichen Versuch mit dem Handfunkgerät war eine glasklare Verständigung mit der Leitstelle möglich. So gehört sich das.
Bei dieser Gelegenheit ersetzten wir gleich noch die zwei alten gebrochenen Dachplatten um den Antennenmast durch passend zugeschnittene, nicht daß es da noch reingegnet.

Wahrscheinlich haben Sie sich darüber noch keine großen Gedanken gemacht. Tatsächlich steckt ein ziemlich ausgeklügeltes System dahinter, das gerätebezogen arbeitet. Es werden nicht mehr wie früher üblich ganze Feuerwehren alarmiert, sondern nur gezielt das, was für den Einsatz benötigt wird. Dahinter stecken umfangreiche Planungen und ein aufwendiges Alarmierungssystem in der Leitstelle.

Hier dröseln wir für Sie auf wie es funktioniert: Alarmierung. In diesem Zusammenhang haben wir außerdem noch einen weiteren lesenswerten Artikel für Sie, der die Frage stellt „Warum alarmieren wir über die Sirene?„.

Heute wurde mir die Frage gestellt „warum wird bei uns denn über die Sirene alarmiert, wo es doch auch einige andere Möglichkeiten, z.B. über Handy, gibt?“. Das dürfte sicherlich noch mehr Leute interessieren, darum erkläre ich es in diesem Artikel.

Wie für alles in Deutschland, gibt es auch für die Alarmierung der bayerischen Feuerwehren eine verbindliche Regelung. In diesem speziellen Fall ist das die „Alarmierungsbekanntmachung im Brand- und Katastrophenschutz“ vom 12.12.2005. Dort findet man unter Punkt 3.2 (Alarmierungsmittel) folgende Festlegung: „Die ILS nutzen zur Alarmierung die Funkeinrichtungen der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS). […] Eine von dieser Regelung abweichende drahtgebundene Alarmierung ist mit Zustimmung […] zulässig, sofern sie den Erfordernissen einer sicheren und unverzüglichen Alarmierung genügt.“. Diesen Beitrag weiterlesen »