In der Sprechfunkausbildung hat der Blaulichtfunker mal folgendes gehört:

  • UKW-Funkwellen breiten sich aus wie das Licht. Stellen, die Sichtkontakt zueinander haben, sollten auch problemlos miteinander Funkbetrieb abwickleln können.
  • Mit den Handfunkgeräten der Blaulichtorganisationen seien in freiem Gelände ca. fünf bis zehn Kilometer Reichweite zu erzielen.
  • Die Antennenhöhe beeinflußt die Reichweite vor allen anderen technischen Faktoren wie Sendeleistung o.ä. Zum Anwendereinfluß auf die Reichweite siehe hier.
  • Gestreckte Antennen sind effektiver als Gummiwendelantennen.

Station MedlingenWeil oft darüber spekuliert wird, wie weit man denn jetzt unter guten Bedingungen tatsächlich mit Handfunkgeräten kommt, fand am Freitag, 26.05.2017, ein kleiner Feldversuch statt. Die beiden Bächinger Fahrzeuge schwärmten mit der Jugend und einem Korb voll Funkgeräte in verschiedenen Frequenzbändern aus zu zwei erhöhten Stellen im westlichen Landkreis Dillingen. Das LF 8/6 bezog Position am Hang nahe Obermedlingen, das TSF begab sich nach Holzheim auf den Berg zur Sebastianskapelle. Zwischen den beiden Punkten liegen etwa 17 km Luftlinie und keine Hindernisse.

Erprobt wurden folgende Geräte:

  • Analoges BOS-Funkgerät FuG 13a (4 m-Band, ca. 75 MHz), 1 W Sendeleistung, Gummiwendelantenne.
  • Analoges BOS-Funkgerät FuG 10R (2 m-Band, ca. 170 MHz), 1 W Sendeleistung, Gummiwendelantenne und gestreckte Antenne.
  • Analoges BOS-Funkgerät FuG 11b Motorola GP 360 (2 m-Band, ca. 170 MHz), 1 W Sendeleistung, Gummiwendelantenne.
  • Digitales BOS-Funkgerät Sepura 9038 (70 cm-Band, ca. 403 MHz), 1,8 W Sendeleistung, Gummiwendelantenne.
  • Analoges PMR-Funkgerät Midland G9 (70 cm-Band, ca. 446 MHz), 0,5 W Sendeleistung, Gummiwendelantenne.

Mit allen Geräten war eine Verständigung über diese weite Strecke problemlos möglich. Bedingung war jedoch, daß die Funkgeräte in althergebrachter Weise ohne Handmikrofone bedient wurden, weil nur in der freien Haltung die besten Reichweiten zu erzielen sind. Verwendete man beim FuG 10 statt der 13 cm langen Gummiwurst die 45 cm lange gestreckte Antenne, verbesserte sich die Verbindung hörbar und wurde sicherer, selbst dann, wenn die Haltung des Funkgerätes während des Gespräches verändert wurde. Das gute Abschneiden des kleinen PMR-Funkgerätes mit seiner eher geringen Sendeleistung zeigt, daß diese nicht allein ausschlaggebend ist. Die in der Ausbildung gelehrten Grundsätze konnten durch diesen Versuch in vollem Umfang bestätigt und die Reichweitenangaben deutlich übertroffen werden. Dabei ist allerdings zu bedenken, daß diese große Reichweit in sonst üblichen Situationen nicht annähernd zu erreichen ist, weil im Versuch eben gezielt die Optimalbedingungen hergestellt wurden.

Zum Abschluß des erfolgreichen Versuchs versammelten sich die Teilnehmer im Sontheimer Cafe Dorfgespräch zu einem Eis.

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