Archiv für Juli 2010

Auch bei uns ist es nun soweit, daß im Fahrtenbuch des LF 8/6 meistens die vier gleichen Namen als Fahrer stehen. Elf Jahre nach der Einführung des EU-Kartenführerscheins und der damit einhergehenden Anpassung der Führerscheinklassen gehen nun vielerorts die Fahrer für die 7,5-Tonner aus. Die Bundeswehr fällt als Führerscheinquelle inzwischen aus, privat macht kaum noch jemand den Lkw-Schein. Den Fall, daß das schlagkräftigste Löschfahrzeug in der Garage bleiben mußte weil keine Fahrer dafür da waren, gab es bei uns schon. Das war allerdings in der “Vor-Handyalarmierungszeit” im Jahr 2006. Mit Glück war der Einsatz so zu meistern. Aber nur auf Glück kann man sich eben nicht verlassen.

Nach einer langen Schlafperiode (~10 Jahre) ist der Politik nun aufgefallen, daß da was getan werden sollte. Diesen Beitrag weiterlesen »

Nachdem ja lange Zeit nichts neues zu vermelden war, kommen endlich wieder mal einige Informationen raus. Kürzlich waren unser Kreisbrandmeister und der Fachberater Ausbildung bei einem Informationstermin in der Feuerwehrschule. Sie haben mir kurz folgende Ergebnisse geschildert:
Handfunkgeräte verschiedener Epochen 1. Einführung des digitalen BOS-Funks für alle Organisationen bis 2013
2. Alarmierung über das gleiche Netz noch fraglich
3. Verbindungssaufbauzeiten relativ lang
4. Fehlende organisatorische Konzepte bzgl. der Geprächsgruppenzuweisung
5. Leitstellenfunk im Netzbetrieb, Einsatzstellenfunk im Direktbetrieb
6. Im Direktbetrieb soll es sechs Feuerwehrkanäle geben
7. Das 2m-Band bleibt bis mindestens 2020 nutzbar

Hier einige Anmerkungen zu…

  1. Bin gespannt, ob die Technik landesweit bis 2013 steht und mit den anderen Ländern vernetzt ist. Es ist eine Sache, einen kleinen Netzabschnitt wie München aufzubauen und ans Bundesnetz anzubinden, aber ein ganzes Flächenland zu integrieren stellt schon eine Herausforderung dar (man bedenke die ganzen Bürgerinitiativen, die gegen jedwede Art von Sendemasten sind).
  2. Das ist nix neues, die Netzversorgung müßte enorm verdichtet werden, um eine sichere Alarmierbarkeit mit den Meldempfängern in Gürtelhöhe und in Gebäuden zu erreichen. Fraglich, ob das Geld dafür da ist.
  3. Das ist ein subjektiver Eindruck im Vergleich mit dem jetzigen analogen Funk. Müßte man mal wirklich messen.
  4. Hier war die Diskussion, wie man die dynamische Gruppenbildung gestaltet und wer sie organisiert. Das reine Vorgeben einer Gesprächsgruppe, mit der Anweisung an den Gerätebediener, dahin umzuschalten, wird von uns als schwierig angesehen. Das mag im Laborbetrieb funktionieren, aber nicht im Einsatzfall.
  5. Keine Neuigkeiten in dieser Sache, das war bereits länger so angedacht. Es bringt im Vergleich mit dem bisherigen 2m-Band keine merklichen Vorteile. Anders sieht es aus, wenn die digitalen FuGs eine “Repeater-” Funktion verwenden können, die eine automatische Weiterleitung des Gespräches von Gerät zu Gerät ermöglicht. So wären u.U. auch größere Betonkeller etwas entschärft.
  6. Die verbindliche Einführung von sechs bundesweiten Feuerwehrkanälen ist eine gute Sache. Nur so funktionierts. So ist dann eine einheitliche Organisationsstruktur im Großeinsatz machbar. Hoffen wir, daß Bayern nicht wieder irgendwelche Sondereinschränkungen erläßt wie im 2m-Band.
  7. Einige Feuerwehren haben sich in den letzten Jahren unnötige Investitionssperren auferlegt, weil sie befürchteten, ihre analogen FuG nach der blitzartigen Einführung des digitalen Funks wegschmeißen zu müssen. Dieser Punkt belegt, daß das nicht stimmt. Während die Bedenkenträger sich bereits jahrelang mit ihren alten Krücken rumärgern, sind die Feuerwehren, die in den letzten Jahren bedarfsgerecht aktuelle Funktechnik beschafft haben (so auch wir), gut versorgt.
Bosch FuG 8b-1 Ja, Sie haben richtig gelesen – es tut sich noch was im analogen Funk von Feuerwehr & Co. Trotz dem nahenden Digitalfunk ist der Bedarf an analogen Mobilfunkgeräten (= Einbaugeräte in Fahrzeuge) ungebrochen, weil ja laufend neue Fahrzeuge beschafft werden und diese natürlich Funkgeräte brauchen. Stellten mehrere große Hersteller um 2008 noch die Produktion der analogen Mobilserien ein, wird zwischenzeitlich die Fertigung wieder aufgenommen:
  • EADS (vormals AEG-Telefunken) stellte Ende 2008 seine Geräteserien Teledux 9-80 BOS (4m) und Teledux 9-160 BOS (2m) ein, weil wegen dem nahenden Digitalfunk eine weitere Entwicklung und Fertigung als nicht mehr wirtschaftlich erachtet wurde (Forenbeitrag). Im Mai 2010 kam heraus, daß EADS die Fertigung der abgekündigten Geräte ab Herbst 2010 wieder aufnimmt (Forenbeitrag).
  • GCD Funksysteme (vormals Grundig) legte mit seinen MT-118 im Jahr 2005 sogar Neuentwicklungen für die BOS-Anwendung im 4m- und 2m-Band auf.
  • Die Firma Radiodata gab heute bekannt, daß sie gegen Herbst 2010 zu den ebenfalls eingestellten Motorola-Geräten FuG 8b-1, 8c sowie FuG 9b, 9c kompatible Geräte in Eigenfertigung anbieten wird (Forenbeitrag). Motorola (vormals Bosch Geschäftsbereich Funktechnik) stellte nämlich die Fertigung der analogen Mobilgeräteserien 2009 endgültig (?) ein.
2m-Handfunken Jaja, Totgesagte leben länger! Auch bei den aktuellen Handfunkgeräten im 2m-Band FuG 11b tut sich immer wieder mal was, siehe letzte Seite dieses Dokuments. Auch für schmälere Geldbeutel ist was passendes (zugelassenes!) dabei. Die Ankündigung des bald kommenden Digitalfunks über die letzten zehn Jahre verhinderte aber oftmals die bedarfsgerechte Ersatzbeschaffung von Funktechnik, so daß heute noch etliche uralte, schlecht gewartete und unzuverlässige Handfunkgeräte im Einsatzdienst stehen. Meines Erachtens nach fast schon grob fahrlässig, allemal im Atemschutzdienst.
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  • Keine Termine.
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