Archiv für Mai 2010

Den sonnigen Morgen des 29. Mai hatte sich der Heizungsmonteur in der Gemeindehalle Bächingen wohl auch anders vorgestellt. Eigentlich sollte er nur ein defektes Wasserrohr schweißen. Dummerweise spritzte das glühende Metall in die Schaumstoffisolation der Rohre und setzte sie in Brand. Er versuchte noch das Feuer zu löschen, was ihm wegen der starken Rauchentwicklung aber nicht mehr gelang. Er fand den Ausgang nicht mehr und sackte an der Wand zusammen. Die samstägliche Schafkopfrunde in der angrenzenden Kegelbahn bemerkte von all diesen Vorgängen bislang nichts.

Verstärkung trifft einKurz nach 10 Uhr bemerkte ein Nachbar Rauchentwicklung an der Gemeindehalle und wählte den Notruf 112. Zunächst wurde die Jugendfeuerwehr Bächingen mit zwei Fahrzeugen an die Einsatzstelle entsandt. Die Erkundung vor Ort ergab, daß ein Kellerbrand vorlag, der bereits im Begriff war, über die Außenfassade auf das Dach überzugreifen und sich mindestens eine Person im Keller in Gefahr befand. Es war klar, daß mit dem vorhandenen Personal und Material dieser Einsatz nicht zu meistern war. Umgehend wurden die JF Niederstotzingen und die Drehleiter der Feuerwehr Lauingen an die Einsatzstelle nachalarmiert.

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Gefahren beim Grillen

Es geht wieder los, mit den ersten Vergifteten (Artikel 1, Artikel 2, Artikel 3) wird die neue Grillsaison eröffnet! Jedes Jahr das gleiche Spiel. Unglaublich, irgendwann sollte es sich doch überall herumgesprochen haben, daß der Grill einfach nicht ins Haus gehört. Und trotzdem gibt es regelmäßig Schwerverletzte und Tote durch Kohlenmonoxid. Woran liegt das?

In einer hochtechnisierten Zeit wie der heutigen, wo der Mensch doch angeblich alle Gefahren beherrschen und abwenden kann, existiert anscheinend eine besondere Sorglosigkeit, ja auch Unbedarftheit. Für alles ist scheinbar vorgesorgt, die Gefahren des alltäglichen Lebens sind entschärft. Dabei wird vergessen, daß bei allen Tätigkeiten ein gewisses Restrisiko bleibt, mal mehr, mal weniger. Ein schönes Beispiel ist gerade der isländische Vulkan mit dem schwierigen Namen, der immer wieder mal in den Flugverkehr in Europa hineinfunkt. Da kann der Mensch nix machen, und muß erkennen, daß er grundlegende Naturgesetze halt nicht ändern kann.

Das Wissen über einfache naturwissenschaftliche Zusammenhänge – im Fall des Grills den Verbrennungsvorgang – ist entweder nicht mehr vorhanden, oder es wird nicht beachtet. Wie sonst könnte man diese ständigen Unfälle erklären? Bei einer unvollkommenen Verbrennung entsteht immer das unsichtbare, giftige Kohlenmonoxid. Eine unvollständige Verbrennung ergibt sich immer dann, wenn nicht genügend Sauerstoff zur Verfügung steht. Wenn man mit potentiell gefährlichen Gegenständen umgehen will (Gabel, Messer, Schere, Licht, Kraftfahrzeuge, Waffen und auch Grillgeräte), sind eben bestimmte Gundkenntnisse für den unfallfreien Betrieb notwendig. Wenn man keine Ahnung von diesen Dingen hat, bleibt ja immer noch der Elektrogrill. Den kann man sogar drinnen verwenden. Wie dann allerdings der Grillgestank wieder aus der Bude kommt, ist eine andere Frage.

Merkblatt der Feuerwehr Bächingen zum Thema Gefahren beim Grillen.
Dr. K. Homrighausen, ltd. Stadtbranddirektor Stuttgart: “Farb- und geruchlos, aber hochgiftig”.
Paulinchen e.V., Initiative für brandverletzte Kinder: Paulinchen e.V.

Eine kleine Wandertruppe machte sich um 10 Uhr von Bächingen aus auf den Weg nach Hürben zum diesjährigen Kreisfeuerwehrmarsch. Anfangs war das Wetter bedeckt und kalt, so daß sich die in Zwiebeltaktik angelegte Bekleidung bezahlt machte. Nach den ersten Kilometern riß die Bewölkung auf und man sah auf einmal so ein leuchtendes Ding am Himmel – na, wie heißt das gleich nochmal, lange nicht gesehen? Ach ja, die Sonne! Nach knapp 10 km Wanderung über Berg und Tal rund um Hürben war das Ziel erreicht und die Wanderer konnten das Andenken in Empfang nehmen, einen eigens für diesen Anlaß aufgelegten Hürbener Bär von Steiff. Das verdiente Mittagessen konnten die Feuerwehrleute anschließend unter freiem Himmel und bei Sonnenschein einnehmen.

Wanderer vor TSF Bären auf der Motorhaube
Gruppenbild mit Bär und TSF Kreisfeuerbären auf der Motorhaube

Welche Auswirkungen fünf falsche Ziffern haben können, war heute im nordwestlichen Landkreis zu hören. Dort liefen heute nämlich überall die Sirenen und verkündeten Feueralarm. Und es war…nix. Damit Sie verstehen wie es dazu kam, muß man aber ein bißchen in die Alarmierungstechnik einsteigen.

Die Sirenen werden über Funk ausgelöst, durch eine Aneinanderreihung von fünf unterschiedlichen Tönen, die eine sogenannte Tonfolge bzw. einen Selektivruf bilden. Man kann sie sich einfach als Adresse vorstellen. So gibt es Einzeladressen, welche nur die Sirenen eines Ortes ansprechen, und Sammeladressen, die bei Großschadenslagen ausgelöst werden und für einen bestimmten Sektor (ein geographisch umrissenes Gebiet) alle Sirenen auslösen. Damit die Sirene weiß, welche “Melodie” sie spielen soll (ja tatsächlich, die können einige Alarmlieder, siehe Sirenensignale), folgt auf die Adresse noch ein bestimmter Steuerton. Man kann also die Sirenen auf mehreren Adressen und mit mehreren Steuertönen auslösen.

Das ist heute passiert: In einer Gemeinde (nein, nicht bei uns!) wurde eine Sirene vom Techniker gewartet. Zur Überprüfung ließ er von der Leitstelle einen Probealarm absetzen, gab aber nicht die Einzeladresse für den eigenen Ort, sondern die Sammeladresse in Auftrag. Mit Ihrem jetzigen Wissen können Sie sich den Rest denken: in den betroffenen Gemeinden liefen gleichzeitig alle Sirenen an. Der Leitstellendisponent dürfte sich gewundert haben, warum auf einmal so viele Feuerwehren nach dem Einsatzort fragten…

Naja, zum Glück nix passiert, hats halt mal wieder die Spinnen aus den Sirenen rausgeblasen. :-)

Haupteingang zur KircheDer Abend des 10.05.2010 wäre eigentlich wie ein beliebiger anderer Montagabend gewesen, hätte nicht um 19:13 Uhr der Handyalarm zum Einsatz gerufen. Rauchentwicklung aus dem Kirchturm wurde gemeldet, beide Fahrzeuge fuhren vollbesetzt an. Tatsächlich war eine leichte Rauchfahne aus dem Turm festzustellen. Die erste Wasserentnahme erfolgte aus einem Hydranten. Um eine unabhängige Versorgung für einen evtl. notwendig werdenden Drehleitereinsatz zu haben, baute die Besatzung des TSF eine Saugstelle an der Brenz auf und verlegte eine gut 200 m lange Schlauchstrecke zur Kirche.

Die eingesetzten Atemschutztrupps hatten derweil im Turm einen schmorenden Stromverteiler entdeckt und gelöscht. So weit, so gut, aber der Rauchabzug funktionierte nicht wie gedacht. Man sollte annehmen, daß sich ein Kamineffekt einstellt und der Rauch nach oben aus dem Turm abzieht. Das war nicht der Fall, der Rauch kam nach unten. Man muß natürlich bedenken, daß der “Rauch” aus einer Nebelmaschine im Vergleich zu echtem Brandrauch kalt ist und sich deshalb anders verhält. Trotzdem zeigt sich hier wieder der Wert von Überdruckbelüfter und Rauchvorhang, die in einem solchen Fall viele Rauchschäden verhindern können – wenn man über solche Geräte verfügt.

Einige Bilder der Übung finden Sie hier: Ausbildung.

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